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| 17:08 Uhr

Spremberg
Ein großes Geschenk für die Stadt Spremberg

Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier zählte zu den ersten Gratulanten.
Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier zählte zu den ersten Gratulanten. FOTO: Anja Guhlan
Spremberg. Das Ehepaar Osmani ist begeistert. Und eine Überraschung gab es dann auch noch.

Stilvolles Ambiente, an den roten Wänden historische Foto-Tafeln, die Deckenleuchten im rustikalen Stil und eine offene Küche. „Alles wirkt sehr einladend“, sagt Bürgermeisterin Christine Herntier, die zu den ersten Gratulanten zur Eröffnung des Restaurants „Incontri“ im alten Ratskeller zählt. „Ich habe Ihnen ein kleines Geschenk mitgebracht. Aber im Grunde sind Sie es, die den Sprembergern ein großes Geschenk machen“, so die Bürgermeisterin.

Über zehn Jahre stand der Ratskeller leer. Lange hatte sich niemand gefunden, der ihn betreiben wollte. Nun ist mit dem Ehepaar Osmani aus Pulsnitz endlich jemand mutig. Die Freude darüber ist den Gratulanten anzusehen. So überbringen Petra Lehmann von der Spremberger Wirtschaftsförderung, Rudolf Schulze als Stadtparlamentarier, Andreas Bränzel als Vorsitzender des Tourismusverbandes Spremberger Land, Karin Hesse als Geschäftsführerin der Tourist-Info und auch Steffen Troska von der Integra, der das Projekt maßgeblich betreut und begleitet hat, ihre Glückwünsche.

Auch ehemalige Betreiber wie Michael Lück, der den Ratskeller von 1991 bis 1998 als Pächter geführt hatte, ließen es sich nicht nehmen zu gratulieren. „Das ist wirklich ein freudiger Anlass. Hoffentlich nehmen die Spremberger es an, und die Betreiber können mit mehr städtischer Unterstützung rechnen als die, die wir damals erfahren haben“, so Michael Lück.

Für eine große Überraschung sorgte Liselotte Neumann. Die 91-Jährige hat die meisten Erinnerungen an den einstigen Ratskeller. „Ich bin 1922 in der Sorbenstube im Ratskeller geboren worden. Meine Eltern Mina und Max Tschierke haben den Ratskeller von 1922 bis 1945 geführt“, erzählt sie. Der Besuch in den alten Gemäuern überwältigt sie. Viele Erinnerungen werden wach. „Das Leben pulsierte hier damals am Marktplatz. Viele kehrten ein und aus. Zu Kriegszeiten kamen viele Soldatengruppen stets zum Essen“, erinnert sie sich. Den Betreibern hat sie originale Wein- und Speisekarten aus den 1920er-Jahren übergeben. „Ich habe viele Jahre gehofft, dass sich neue Betreiber finden lassen. Mit der Eröffnung ist ein kleiner Traum von mir wahr geworden.“

Jumni Osmani ist überwältigt. Die letzten vier Monate hat er sehr viel Arbeit in die Renovierung des Ratskellers gesteckt. Besonders seine Idee, an den Wänden historische Foto-Tafeln aufzuhängen, ist geglückt. „Ich wollte hier nie Bilder von Sizilien oder Neapel aufhängen. Das Gebäude gehört den Sprembergern, deshalb soll auch ihre Geschichte an den Wänden haften. Ich bin hier lediglich der Betreiber“, sagt Jumni Osmani.

Künftig wird er mit seiner Frau in dem Restaurant „Incontri“, was italienisch für das Wort „Treffen“ steht, italienische aber auch traditionelle deutsche Speisen anbieten. Dass das Essen schmeckt, versicherten Gratulanten aus Pulsnitz, wo das Ehepaar bereits ein Restaurant betreibt. „Ich bin ein großer Fan der italienischen Küche. Bei den Osmanis schmeckt es immer frisch und lecker“, sagt Regine Hausdorf, die neugierig auf das neue Restaurant in Spremberg war.

Am Ende konnten die Gratulanten bei einem Prosecco und kleinen Happen sich von der Küchenkunst der Osmanis überzeugen. Viele reservierten Tische für die folgenden Tage oder kündigten die nächste Geburtstagsfeier im „Incontri“ an. Bleibt zu hoffen, dass die Spremberger den neuen Ratskeller dauerhaft annehmen.