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| 02:59 Uhr

Ein echtes Original wird Filmstar

Alle Monitore in Aktion: Siegmar Schulz (l.) und Joern Hirsch sichten und schneiden das Filmmaterial für das Porträt über Irmgard Kuhlee. Ein Jahr lang wurden Dreharbeiten mit der 87-jährigen Künstlerin gemacht.
Alle Monitore in Aktion: Siegmar Schulz (l.) und Joern Hirsch sichten und schneiden das Filmmaterial für das Porträt über Irmgard Kuhlee. Ein Jahr lang wurden Dreharbeiten mit der 87-jährigen Künstlerin gemacht. FOTO: Catrin Würz
Spremberg. Ein Film über die Lausitzer Künstlerin Irmgard Kuhlee wird zum diesjährigen HeimatFilmFestival "Lausitziale" in Spremberg seine Uraufführung erleben. Erstmals wird damit ein speziell für dieses Filmfest gedrehter Streifen als Eigenproduktion gezeigt. Der Zuschauer darf sich auf besondere Einblicke in das Leben einer besonderen Frau freuen. Catrin Würz

"Irmgard Kuhlee ist ein Unikat, ein Spremberger Original. Die Filmarbeit mit ihr war immer wieder überraschend - und das in jedem Sinne", sagt Siegmar Schulz lächelnd. Vor eineinhalb Jahren hatte der Spremberger die Idee für den Dokumentarfilm über die Malerin und sorbische Volkskünstlerin aus Groß Buckow. Mit ihren 87 Jahren ist "Irmchen", wie sie von vielen Verehrern ihrer Malkunst liebevoll genannt wird, heute nicht mehr die Jüngste, aber weit über die Grenzen von Spremberg hinaus bekannt. Auch für ihre recht eigensinnige Art, die Dinge nach ihren Vorstellungen und Ideen zu gestalten. "Bevor nicht alles nach ihrem Geschmack ist, darf die Kamera nicht laufen", erzählt Siegmar Schulz, Drehbuchautor und Regisseur des Filmes, lachend. Ein Jahr lang dauerten die Filmaufnahmen mit der Malerin.

Fast ein Dutzend Drehorte hat das dreiköpfige Filmteam mit Siegmar Schulz sowie Joern Hirsch und David Dotzler vom Verein "Back Pictures" mit Irmgard Kuhlee besucht. "Uns ging es nicht darum, einfach nur die Stationen ihres Lebens in diesem Film festzuhalten, sondern wir wollten ihre bewegenden Geschichten, die fröhlichen Episoden und ihren eigenen Blick auf ihr Leben voller Höhen und Tiefen. Kurz: Wir wollen den Menschen Irmgard Kuhlee zeigen", sagt Joern Hirsch, der Kameramann und Techniker des Projektes. Schmunzelnd erinnert er sich zum Beispiel an einen Drehtag im Spreewald, an dem es kurz nach Drehstart wie aus Kannen regnete. Alle wurden während der Dreharbeiten bis auf die Haut nass - doch Irmgard Kuhlee genoss den sicheren Platz unter ihrem Regenschirm und spielte versonnen Mundharmonika. "Eine tolle Aufnahme", sagt Siegmar Schulz.

Jetzt sitzen die Filmemacher seit einigen Wochen an den Monitoren und schneiden den Film. "Wir haben knapp 80 Stunden Filmmaterial vorliegen", so Joern Hirsch. Ein roher Edelstein, der jetzt noch in eine Fassung gebracht werden muss.

Die Filmbilder zeigen Irmgard Kuhlee in ihrem Haus am Buckower See, in der freien Natur beim Zeichnen eines Aktmodells, in der Begegnung mit ihrem Malerkollegen Horst Jurtz aus Weißwasser und auch im Tagebau Welzow-Süd, wegen dem ihr Heimatdorf Groß Buckow 1983 abgebaggert wurde. Ihre bedeutsamen künstlerischen Arbeiten werden in dem 45-Minuten-Streifen natürlich ebenfalls zu sehen sein. Von Bildern wie "Die ausgezeichnete Brigade" (1987) über Porträts bis zur Heiligen Barbara (2010) oder dem Räuberhauptmann-Bild für die Spremberger Originale.

Das besondere Zeitzeugen-Filmprojekt für Spremberg soll kein Einzelfall bleiben. "In den nächsten Jahren könnten weitere solcher Porträtfilme folgen", sagt "Lausitziale"-Cheforganisator Holger Fahrland. Man wird es sehen.

Zum Thema:
Die Uraufführung des Filmporträts über die Malerin und Künstlerin Irmgard Kuhlee findet am Freitag, 26. September, um 18.45 Uhr direkt im Anschluss an die Eröffnung der zweiten "Lausitziale" im Spreekino Spremberg statt. Eintrittskarten für diesen ersten Tag des HeimatFilmFestivals gibt es zum Preis von acht Euro bereits in der Touristinformation am Markt in Spremberg (Telefon 03563-4530)Im Anschluss an die Filmpremiere findet ein Workshop "Gedanken an die Zukunft" mit Schülern und älteren Einwohnern statt