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| 20:45 Uhr

Geschichte darf nicht vergehen
Ehrenmedaille für Rüdiger Bayer

 Rüdiger Bayer präsentiert seine Ehrenmedaille "Besondere Verdienste für die Stadt Spremberg", die dem 81-Jährigen am Mittwochabend verliehen wurde.
Rüdiger Bayer präsentiert seine Ehrenmedaille "Besondere Verdienste für die Stadt Spremberg", die dem 81-Jährigen am Mittwochabend verliehen wurde. FOTO: Bogott Detlef / Detleff Bogott
Spremberg. Die Ehrung ging dieses Mal an einen passionierten Geschichtsfreund. Von Marcel Laggai

Rüdiger Bayer ist kein unbeschriebenes Blatt. Er engagiert  sich seit Jahrzehnten unter anderem in der Kriegsgräberfürsorge. Speziell der Georgenberg und seine Historie hat es dem 81-Jährigen angetan. So wundert es nicht, dass dank seiner Ak­ri­bie der lange verschollene Obelisk, zu Ehren der gefallenen Spremberger im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71, gefunden und gehoben werden konnte (die RUNDSCHAU berichtete).

Allerdings ist dies nur ein Puzzleteil in der Aufarbeitung von Sprembergs bewegter Vergangenheit. Aus diesem Grund mussten die Stadtvertreter nicht lange überlegen, wer in diesem Jahr mit der Ehrenmedaille „Besondere Verdienste für die Stadt Spremberg“ geehrt wird. Nämlich ebendieser Rüdiger Bayer, der am Mittwochabend seine Auszeichnung in Empfang nehmen durfte. Zuvor würdigte Sprembergs Bürgermeisterin, Christine Herntier (parteilos)  das langjährige Schaffen des passionierten Geschichtsfreundes, der selbst so gern Geschichtslehrer geworden wäre – wie er im Nachhinein beteuert.

Lobend erwähnt die Bürgermeisterin auch  die Arbeit von Bayer als Beigeordneter des Landkreises Spremberg, als der er ab dem Jahr 1990 maßgebliche Beiträge für den Aufbau des demokratischen Staatswesens im Landkreis Spremberg mitgewirkt habe. „Insbesondere in den Bereichen des Sozial- und Gesundheitswesens“, betont Christine Herntier, während sie Bayer direkt anspricht. Auch die zahlreich für den Jahresempfang der Stadt angereisten Gäste kommen im Laufe der Rede nicht umhin, ihren Respekt mit einem lobenden Nicken zu honorieren.

Selbstverständlich bezieht sich die Bürgermeisterin in ihrer Laudatio auch explizit auf die unschätzbaren Verdienste von Bayer im Zusammenhang mit der hiesigen Regionalgeschichte. Etwa die Umbettung von Hunderten Kriegstoten auf dem Georgenberg oder von Kausche nach Spremberg. „Er selbst leitete 19 ökumenische Umbettungsveranstaltungen“, so Christine Herntier, die ob der Menge nur respektvoll Klatschen kann.

Unerwähnt bleibt ebenfalls nicht Bayers langjährige Mitgliedschaft im Seniorenbeirat der Stadt Spremberg und im Vorstand der Seniorenunion. Bei dessen Erwähnung der 81-Jährige fast schon entschuldigend mit den Schultern zuckt. Just in diesem Moment scheint Rüdiger Bayer klarzuwerden, welch wichtigen Beitrag er bis dato für Spremberg geleistet hat.

Obwohl der Spremberger gesteht, dass er erst einmal in sich gehen musste, als er von der Ehrung erfahren habe. „Vor mir wurden so viele wichtige Spremberger mit dieser Medaille bedacht, dass ich mich in diesem Kreis erstmal nicht gesehen habe.“

Nun gilt Bayer allerdings als 23. Träger dieser Ehrung, die in seinem Arbeitszimmer einen ganz besonderen Platz bekommen wird, wie der 81-Jährige erklärt.