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Politisches Zerwürfnis
Spremberger verlässt Partei nach Streit

Eberhard Brünsch (links) und Günter Quander sehen in der neuen Bürgerunion ihre Zukunft. Die Unterlagen zum Konflikt mit dem Landeschef von BVB/Freie Wähler füllen inzwischen einen ganzen Ordner.
Eberhard Brünsch (links) und Günter Quander sehen in der neuen Bürgerunion ihre Zukunft. Die Unterlagen zum Konflikt mit dem Landeschef von BVB/Freie Wähler füllen inzwischen einen ganzen Ordner. FOTO: Wappler / LR
Spremberg. Eberhard Brünsch kehrt BVB/Freien Wählern den Rücken.

Ein Spremberger Gründungsmitglied hat den Landesverband von BVB/Freie Wähler verlassen. Eberhard Brünsch kommt nach eigenen Worten seinem Rauswurf durch den Landesvorsitzenden Peter Vida zuvor. Der Konflikt gipfelte in einer Strafanzeige, die Eberhard Brünsch im Oktober 2017 wegen des Verdachts der Untreue erstattete. Zwar hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren inzwischen eingestellt. Doch das Zerwürfnis lässt sich nicht mehr kitten.

So erinnert sich Eberhard Brünsch an das letzte Gespräch mit dem Landesvorsitzenden: Im März 2018 trafen sie bei einem Termin in der Nähe von Berlin aufeinander. „Dort erklärte mir Peter Vida, dass ein Ausschlussverfahren gegen mich läuft“, berichtet Eberhard Brünsch. Kurz darauf trat der Spremberger selbst aus der Wählergruppe aus.

Der Konflikt schwelte allerdings schon lange vorher. Im September 2017 löste sich die Brandenburger Landtagsgruppe auf. Deren Abgeordnete Christoph Schulze und Iris Schülzke hatten als Mandatsträger keine Beiträge an den Landesverband entrichtet. Daraufhin verließ Peter Vida die Landtagsgruppe, womit sie ihren Status verlor, für den sie mindestens drei Personen brauchte.

Der Streit reichte jedoch weiter. Eberhard Brünsch aus Spremberg forderte, alle detaillierten Kassenberichte für die Jahre 2013 bis 2016 offenzulegen. Ihm fehle es an einer genauen Übersicht der finanziellen Mittel, lautete seine Begründung. Dann erstattete er seine Anzeige bei der Polizei. Im Januar 2018 teilte ihm die Staatsanwaltschaft mit, das Verfahren sei eingestellt. Es habe ohnehin „allein auf Vermutungen“ beruht, „die entstanden, weil der Beschuldigte Ihnen den Zugang zu den Kassenberichten nicht ermöglichte“. Somit lägen nicht genügend Beweismittel vor. Schon zuvor hatte der Landesvorsitzende Peter Vida die Vorwürfe als „absurd“ bezeichnet.

Nach seinem Austritt aus der Wählergruppe sagt Eberhard Brünsch, das Zerwürfnis habe dazu geführt, dass keine Kommunikation mehr mit dem Landesvorsitzenden möglich war. „Er meldete sich nicht mal, wenn er in unserer Region war“, sagt er. „Das ist keine Zusammenarbeit.“ Im Dezember 2017 gründete sich in Lübben eine neue Bürgerunion, in der neben Eberhard Brünsch auch der frühere Amtsdirektor von Döbern-Land mitwirkt, Günter Quander. Er hatte im vergangenen Jahr darüber nachgedacht, zum Landesverband von BVB/Freie Wähler zu gehen, entschied sich dann aber dagegen. „Mir ist bis heute nicht klar, warum Peter Vida der parlamentarischen Arbeit der Landtagsgruppe mit seinem Rückzug die Grundlage entzogen hat“, sagt er.