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| 14:07 Uhr

Rückschlag für Vermarktung des Zentrums
Drogeriemarkt in Spremberg schließt im Oktober

Spremberg. DM-Filiale zieht sich aus der Innenstadt zurück.

Der DM-Markt in der Dresdener Straße in Spremberg bleibt nur noch wenige Wochen geöffnet. Wie die Gebietsverantwortliche Heike Hentschke mitteilt, hat das Drogerie-Unternehmen beschlossen, die Spremberger Filiale Anfang Oktober „standortbedingt zu schließen“. Sie erläutert: „Wir mussten feststellen, dass die Fortführung des Marktes unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht sinnvoll ist.“ Das Unternehmen bedauere diesen Schritt sehr, werde aber weiterhin für die Kunden in der Region da sein.  Nach Angaben der Gebietsverantwortlichen werden die Mitarbeiter aus der Spremberger Filiale in einem der umliegenden Märkte der Kette den Kunden beratend zur Seite stehen. Die Filiale in Hoyerswerda biete nach wie vor das vollständige Sortiment mit mehr als 12 500 Artikeln an. Heike Hentschke kündigt an: Um die Wege für die Kunden möglichst kurz zu halten, eröffne das Unternehmen Ende September in Kolkwitz und im November in Senftenberg weitere Märkte.

Der DM-Markt in Spremberg hatte im Februar 2014 seinen Betrieb aufgenommen. Nach RUNDSCHAU-Informationen knüpfte sich der Vertrag des Drogerie-Unternehmens damals an die Ansiedlung eines Vollsortimenters in unmittelbarer Nähe, die jedoch bislang nicht zustande gekommen ist. Das „Carré am Spreegarten“ hatte der Spremberger Investor Erik Weber entwickelt, der momentan auch in der Spremberger Bergstraße den Neubau von Wohnhäusern plant.

Mit dem Abschied des Drogeriemarktes erleidet die Vermarktung der Innenstadt einen Rückschlag. Zwar weist Spremberg eine überdurchschnittlich hohe Kaufkraft im Vergleich mit anderen Orten im Süden Brandenburgs auf. Sie liegt nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) bei 5950 Euro pro Einwohner, deutlich vor Forst mit 5666 Euro und Guben mit 5596 Euro. Doch zugleich fließt laut einer weiteren Studie der IHK ein hoher Anteil der Kaufkraft aus Spremberg ab: Während die Einwohner mit Vorliebe nach Cottbus und Hoyerswerda fahren und viele ortsansässige Händler leer ausgehen, profitieren Geschäfte in Guben und Forst von der unmittelbaren Nähe zur polnischen Grenze.

Um dem Trend zu begegnen, wollen Spremberger Händler ab Herbst ihre Waren auf einem gemeinsamen Internetportal anbieten.