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Drei Räume mehr reichen nicht

Auch in der Grundschule Kollerberg, wo jetzt für die Fahrradprüfung geübt wird, muss über einen Erweiterungsbau nachgedacht werden.
Auch in der Grundschule Kollerberg, wo jetzt für die Fahrradprüfung geübt wird, muss über einen Erweiterungsbau nachgedacht werden. FOTO: Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Auch für die Kollerberg-Grundschule muss sich die Spremberger Stadtverwaltung nun mehr Gedanken um die Erweiterung des Hortes machen. Das kündigt der stellvertretende Bürgermeister Frank Kulik in der jüngsten Hauptausschusssitzung an. Annett Igel-Allzeit

"Für weitere 40 Kinder, mit denen wir künftig auch an diesem Standort rechnen, einfach drei weitere Räume herzurichten, das wird so nicht reichen", erklärt er. Denn auch für den Unterricht werden mehr Räume in der Kollerbergschule gebraucht.

"Ein Garderobenraum im Keller muss jetzt zum Fachkabinett umgestaltet werden. Und das Medienkabinett der Grundschule wird künftig auch als Klassenraum gebraucht", erklärt Kulik die Situation. Aber weil die Schule mehr Räume braucht, dürfe der Hort nicht hinten herunterfallen - das sehe laut Kulik auch die Schulleitung so. Deshalb ist die Stadtverwaltung nun mit der Schulleitung und dem Hort "Max & Moritz" im Gespräch, um für alle eine gute Lösung zu finden. Nach den prognostizierten Zahlen werde die Kollerbergschule ab dem Schuljahr 2021/22 durchgängig dreizügig geführt.

Am Standort der Astrid-Lindgren-Grundschule sollen die Bauarbeiten für die Horterweiterung im ersten Quartal 2018 beginnen. 207 Quadratmeter Fläche unter der Aula der Schule auf dem Schomberg werden dafür geschlossen und weitere 205 Quadratmeter östlich der Aula in einem Erweiterungsbau entstehen. In sechs Monaten sollen somit weitere fünf Gruppenräume für 70 Kinder entstehen. Der Träger will sie vor allem mit den Viert-, Fünft- und Sechstklässlern nutzen und träumt deshalb von Themenräumen, in denen die Kinder Sport treiben, malen und basteln, Medien nutzen und bauen können. Zudem sind ein Abstellraum, ein Raum für die Horterzieher und ein Flur geplant.

Für die Heidegrundschule in Sellessen haben die Hauptausschussmitglieder in dieser Woche die Horterweiterung ebenfalls abgesegnet. Hier werden mit weiteren 425 Quadratmetern in einem ebenerdigen Anbau an den bestehenden Hort vier neue Gruppenräume für 60 Kinder geschaffen. Aufgestockt werden könne das Gebäude später allerdings nicht. Der Stadtverordnete Andreas Schulze (CDU) aus Weskow hat nach dieser Möglichkeit einer späteren Erweiterung gefragt. Doch der Baufachbereichsleiter Gerd Schmiedel schüttelt den Kopf. Das Offenhalten einer Aufstockung hätte die Baukosten weiter erhöht, das könne sich Spremberg gerade nicht leisten.

Die Heidegrundschule sei mit der Umsiedlung Haidemühls als einzügige Grundschule gebaut worden. Und selbst dafür, so Frank Kulik, sei damals die Hortkapazität nicht ausreichend berechnet worden. Das bestätigt die Stadtverordnete Christina Schönherr (Vereinte Wählergruppen), einst Justiziarin der Spremberger Stadtverwaltung: "Der Anbau, der jetzt nötig wird, ist der Vergangenheit geschuldet."

Auch in Sellessen sollen die Bauarbeiten, die sich wohl über ein halbes Jahr hinziehen, noch im ersten Quartal 2018 beginnen. Beide Horterweiterungen werden aus Mitteln des Kommunalinvestitionsfördergesetzes und einer Bedarfszuweisung zur Finanzierung des Eigenanteils gestemmt.

Was beim Abgleichen der Ideen von Schulleitung und Hort mit der Wirtschaftlichkeitsprüfung für die Kollerberg-Gundschule herauskommt, bleibt abzuwarten. In der Stadtverordnetenversammlung am 19. Juli will Frank Kulik ein Maßnahmeblatt vorlegen.

Auch zur Berufsorientierenden Oberschule (BOS), die in der Wirthstraße ebenfalls einen Erweiterungsbau bekommen soll, bittet er die Abgeordneten noch um etwas Geduld: "Wir haben der Schulleitung für ihre Zuarbeit Zeit bis zum Schuljahresende Mitte Juli eingeräumt." Vom Bildungskonzept der BOS und vom Bedarf hänge ab, wie das Raumkonzept aussehen muss. "Aber für die Erweiterung von Schulen sind Fördermittel leichter zu bekommen als für die Sichtachsen am Georgenberg", hat in dieser Woche Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier in einer Runde mit Senioren erklärt.