Es läuft wieder bei der Trinkwasserversorgungs GmbH Döbern-Land , wie Geschäftsführer Hans Jürgen Siebold während des Amtsausschusses erklärte: Nachdem der GWAZ Anfang April sämtliche Zugriffe auf die Abrechnungsdaten gekappt hatte, stünden nun wieder nach Verhandlung mit der Firma, die die neue Software herstellt, drei Arbeitsplätze zur Verfügung. Die Schulungen liefen, so Siebold. In der Frage, ob nun nach der juristischen Beratung das Amt seinerseits die Kündigung einreichen sollte, waren sich die Amtsausschussmitglieder aber uneins. Amtsdirektor Günter Quander argumentierte zunächst, der GWAZ-Vorstandschef Klaus-Dieter Hübner liefere dem Amt mit seiner Verfahrensweise einen Grund zur außerordentlichen Kündigung. Rechtsanwalt Lutz Schallschmidt aus Döbern gab aber zu bedenken, dass die Chancen auf Fördermittel mit einer voreiligen Kündigung nicht gefährdet werden sollten. Der Amtsausschuss müsse deutlich machen, „das wir nicht gekündigt haben“. Die Kündigung sei akzeptiert worden, „aber wir haben die Vereinbarung nicht beendet, sondern dazu gestanden“, schlug er eine Verfahrensweise vor: „Was zwingt uns, voreilig zu handeln?“ Auch Döberns Bürgermeister Jörg Rakete erklärte, das Tischtuch sei ohnehin zerschnitten – der Amtsausschuss solle nichts unternehmen, was dem Fördermittelbemühen eine andere Richtung geben könne. Er schlug vor, zunächst den Schaden zu beziffern und dann zu entscheiden. Groß Kölzigs Bürgermeister Eberhard Müller, dessen Wohnort seit drei Jahren auf einen zentralen Wasseranschluss wartet, wollte ebenfalls den Status der Gespräche mit dem Land nicht gefährden.
Yvonne Fischer (Döbern) plädierte für eine Kündigung, um die Grundlage für Schadensersatzansprüche zu schaffen. Auch Ekkart Herold (Tschernitz) forderte Konsequenzen aus dem Verhalten des GWAZ. Quander zog die Vorlagen zurück: Die kommenden fünf Wochen seien „mit Sicherheit“ einfacher als die vergangenen, mehr Fragen geklärt. Bis Ende Juni hoffe er auf eine verlässliche Antwort aus Potsdam. Frank Muscheid