ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:02 Uhr

Die Wahrheit und das Völkerschlachtdenkmal

Spremberg.. In den frühen Morgenstunden am Dienstag ging in der Spremberger Polizeiwache der Hilferuf eines Gaststättenbetreibers aus Spremberg ein. Darüber informierte gestern die Polizei-Pressestelle.

Der Gastwirt habe mitgeteilt, dass ein zuvor großzügiger Gast, welcher in der Gaststätte freizügige Damen aushielt, seine Rechnung von 300 Euro nicht zahlen wollte.
Die herbeigerufenen Beamten wollten schlichten und stellten fest, dass der Gast keinerlei Ausweispapiere bei sich trug. Der Unbekannte gab an, er sei türkischer Abstammung und lebe seit neun Jahren in Leipzig. Leider kannten die informierten Kollegen aus Sachsen diese Personalien nicht. So wurde der Fall der Kriminalpolizei übergeben.
Bei der Kriminalpolizei, so Jörg Frank, der Leiter der Kripo Spremberg, fiel dem Unbekannten plötzlich ein, er habe seinen Vornamen mit dem Familiennamen verwechselt und sich im Geburtsdatum um einen Tag geirrt. „Unter den neuen Personalien war eine Person türkischer Abstammung in Deutschland zu finden, allerdings in Falkensee bei Berlin“ , informierte Frank. Der Kriminalbeamte habe sich nicht beirren lassen und befragte den Mann nach Sehenswürdigkeiten Leipzigs. Nachdem dem Mann das Völkerschlachtdenkmal völlig unbekannt schien, sei dem Kriminalbeamten die Sache eigenartig vorgekommen.
Die erkennungsdienstliche Maßnahme und der Vergleich beim BKA in Wiesbaden klärte schließlich alles auf. Als der Asyl-Antrag des 32-Jährigen in Senftenberg abgelehnt worden war, stahl er in Falkensee den Ausweis eines türkischen Mitbewohners und tauchte im März 2004 unter.
Nachdem der Mann in Spremberg mit diesen Erkenntnissen konfrontiert wurde, habe er sich endgültig geoutet. Durch die Ausländerbehörde sei inzwischen die Abschiebung des Mannes beim Amtsgericht Cottbus eingeleitet worden. (pm/ani)