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DIskussion in Spremberg
Die Union auf dem Weg zur Erneuerung?

Andreas Bränzel möchte mit der Spremberger CDU sehr zeitig in die programmatische Diskussion gehen und für die Stadt Spremberg konstruktive Fahrpläne mit gestalten.  ....
Andreas Bränzel möchte mit der Spremberger CDU sehr zeitig in die programmatische Diskussion gehen und für die Stadt Spremberg konstruktive Fahrpläne mit gestalten. .... FOTO: Anja Guhlan
Spremberg . Die CDU-Mitglieder in Spremberg sind für die große Koalition – aber auch für ein neues Werteprogramm.

Die Spremberger CDU hat bei ihrer öffentlichen Mitgliederversammlung im Tennisheim am Dienstag die Große Koalition auf Bundesebene begrüßt. Der Spremberger Ortsverbandsvorsitzende Andreas Bränzel sah bei den ganzen Koalitionsverhandlungen die CDU „die einzige Konstante in dieser Entwicklung“. Dennoch stellte er die Frage: „Wie viel CDU steckt im Koalitionsvertrag?“

Dazu wurde Klaus-Peter Schulze als Bundestagsabgeordneter für die CDU eingeladen, der verschiedene Themenpunkte durchging. „Generell kriegt nicht jeder bei einem Koalitionsvertrag das, was er gerne will“, führt Schulze an. Doch die CDU hat einige ihrer Punkte untergebracht.

Dr. Gert Heinike hat nach eigenen Angaben den gesamten 170-seitigen Koalitionsvertrag gelesen. Und er ist mit jeder Seite mehr unzufriedener geworden, erzählte Heinike. Er empfindet „den Ansatz für zu schwach“. Zwar sei er froh, dass es zu einer Koalition gekommen ist, aber die CDU sollte unbedingt die nächsten verbleibenden drei Jahre bis zur nächsten Wahl nutzen, so Heinike: „Die CDU ist ohne Richtung, ohne Werte und ohne Konzept.“

Auch unter den  Konservativen der Partei hat sich in den letzten Jahren viel Ärger angestaut. So fordert Rüdiger Bayer eine Stärkung des konservativen Profils. Dazu kommt, dass die CDU – was die Mitglieder angeht – nach wie vor eine sehr alte Partei ist. Bränzel fordert, die Menschen wieder für die Politik zu begeistern und sich für das Wohle der Stadt einzusetzen. Er sehe die Entwicklung der Stadt Spremberg in der Wahrnehmung still stehen. Oder sich immer noch in „Schockstarre“ befinden, da ein großer Steuerzahler weggebrochen ist.  „Gefühlt entwickeln wir uns zurück“, sagte er und verweist auf das Postamt in Spremberg und die immer weniger werdenden Einzelhändler in der Langen Straße ein. „Wir ruhen uns derzeit noch auf Dingen aus“, befürchtet der Ortsverbandsvorsitzende und  erinnert sich an die  Altstadt-Sanierung in den 1990er-Jahren, als es  gut vorangegangen sei.  „Entwicklungen brauchen wir wieder. Einen Masterplan“, fordert er. Bränzel regt an, wieder Quartiersentwicklungen für Spremberger Ortsteile  zu betreiben.      Er verspricht, dass die Spremberger CDU sich am kommenden Wochenende in Neupetershain bei der Klausurtagung der CDU Gedanken zu einer lebendigen Stadt machen und auch in die programmatische Diskussion gehen wird. Bei Programmdiskussionen kann sich quasi jeder mit einbringen, appelliert Bränzel die anwesenden 25 Mitglieder und Gäste.

Vor zehn Jahren kamen zu den Mitgliederversammlungen im Übrigen dreifach so viele Mitglieder. Bränzel wünscht sich wieder mehr Präsens – auch in den Ortsverbänden. „Neue Ansätze und Werte müssen von unten nach oben wachsen“, sagt der Ortsverbandsvorsitzende.