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| 15:37 Uhr

Welzow
Zollhausteich braucht neue Wasserversorgung

Die Stadt Welzow will den Zollhausteich erhalten, auch wenn hier nur die Proschimer Teichgemeinschaft angeln darf.
Die Stadt Welzow will den Zollhausteich erhalten, auch wenn hier nur die Proschimer Teichgemeinschaft angeln darf. FOTO: Annett Igel-Allzeit / LR
Welzow. Angler verlieren die Teichgruppe Haidemühl.

Die Tage, an denen die Welzower Angler die Haidemühler Teichgruppe für ihr Hobby nutzen, sind gezählt. Mit Fortschreiten des Tagebaus Welzow-Süd in seiner Teilfläche I ist damit zu rechnen, dass die zeitweise sehr lebendige Geschichte des Trios Wurzelteich, Badeteich und Ständer 2020 endet. Und in diesem Zusammenhang macht sich die Stadtverwaltung nun Sorgen um den Zollhausteich. Der „Neue Zollhausteich“, wie das Gewässer an der Zollhausruine korrekt heißt, gehört der Proschimer Teichgemeinschaft – die Welzower Ortsgruppe „Petri Wels“ angelt hier nicht. Und er wird vom Überlauf der Haidemühler Teichgruppe gespeist. Deshalb, so Michael Pohl, Bergbaukoordinator im Welzower Rathaus, müsse der Bergbaubetreiber eine neue Bewässerungsform finden, damit mit den Haidemühler Teichen nicht auch der Zollhausteich austrocknet.

Bereits im Dezember hatten die Welzower gegenüber dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg noch einmal Stellung nehmen und Wünsche äußern können. Mit seiner Inanspruchnahme der Haidemühler Teiche muss der Tagebaubetreiber ohnehin eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchführen. Dafür sind jetzt die Methoden und der Umfang abzustecken. Eine Trägerbeteiligung sei Mitte 2019 geplant.

Die Stadtverwaltung hat sich noch einmal mit dem Anglerverein „Petri Wels“ und dem Kreisanglerverband Spremberg in Verbindung gesetzt. Die Teichgruppe Haidemühl wird seit Jahren durch Sümpfungswasser aus dem Tagebau so gespeist, das die Wasserspiegel den Biotop-Charakter der drei Teiche sichert. Die Angler hatten in das inzwischen schwer zugängliche Gelände einen Extra-Zugang bekommen. Dass die Bespannung nur so lange aufrecht erhalten werden kann, wie es für den Tagebau vertretbar ist, war bereits in der Verordnung über den Braunkohlenplan Tagebau Welzow-Süd, räumlicher Teilabschnitt I,  festgeschrieben. Damit das Sümpfungswasser nicht zurück in den sich nähernden Tagebau fließt, wird die Pumpe eines Tages abgestellt werden müssen und die Teiche binnen weniger Wochen trocken liegen. Michael Pohl: „Damit das nicht das Ende des Zollhausteiches bedeutet, muss der Bergbaubetreiber für ihn eine neue Form der Bespannung finden.“

Endet die Wasserbespannung der Haidemühler Teiche, fordert die Stadt, dass das dem Anglerverband mindestens ein Jahr vorher dies angekündigt wird, damit die Welzower Angler um Engelbert Natusch ihren Fischbesatz noch umsetzen können. Seit sieben Jahren, so Engelbert Natusch, nutzen sie den Clara-See. Am Teich, der im neuen Haidemühl bei Spremberg entstand, angeln die Haidemühler fleißig. „In der Bergfolgelandschaft, die östlich von Welzow gestaltet werden soll, wünschen wir uns ein weiteres Gewässer“, so Bergbaukoordinator Pohl.  Auf diese Landschaft dürften auch Spaziergänger hoffen, die es jetzt bei sonnigem Winterwetter zur Teichgruppe Haidemühl zieht.