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Welzow
Dauert Tagebau länger, will Welzow mehr Ausgleich

Dauert der Kohleabbau im Tagebau Welzow-Süd I länger, wollen Welzower Stadtverordnete auch mehr Ausgleichsmaßnahmen.
Dauert der Kohleabbau im Tagebau Welzow-Süd I länger, wollen Welzower Stadtverordnete auch mehr Ausgleichsmaßnahmen. FOTO: Patrick Pleul / ZB
Proschim. Hauptausschuss und Proschims Ortsbeirat denken bei Stellungnahme zu Leag-Antrag an Arbeitnehmerschutz.

(ani) Die Stadtverwaltung Welzow arbeitet an einer Stellungnahme zur Verlängerung des Betriebsplans für den aktiven Tagebau Welzow-Süd I. Der Bergbaubetreiber Leag hat beim Brandenburger Landesamt für Bergbau und Geologie eine Verlängerung der Laufzeit um zehn Jahre bis 2033 beantragt. Nach einer Diskussion und Hinweisen des Welzower Hauptausschuss dazu stand die Stellungnahme am Mittwochabend auch auf der Tagesordnung der Proschimer Ortsbeiratssitzung. „Wenn der räumliche Teilabschnitt I über einen längeren Zeitraum läuft, dauern die Beeinträchtigungen durch den Tagebau auch länger“, schlussfolgert Ortsvorsteher Gebhard Schulz. Demzufolge müssten weitere Ausgleichsmaßnahmen mit der Stadt Welzow vereinbart werden. Zugleich sieht Schulz diese Stellungnahme als Gelegenheit, von der Leag schnellere Aussagen zum räumlichen Teilabschnitt II zu fordern. Derzeit behält sich der Bergbaubetreiber vor, bis zum Jahr 2020 entscheiden zu wollen, ob der Tagebau Welzow-Süd II überhaupt noch kommt. Bis zur Entscheidung sitzen Welzower Bürger im Liesker Weg und im Wohngebiet 5 sowie die Proschimer, die für Teilfeld II umgesiedelt werden sollen und eine Entscheidung bereits 2017 erwartet hatten, weiter im Ungewissen. Ursprünglich sollte der Kohleabbau im Teilfeld II im Jahr 2027 beginnen.

Der Hauptausschuss, so Welzows stellvertretender Bürgermeister Detlef Pusch, habe bereits Ergänzungen zur Stellungnahme vorgeschlagen: Gefordert wurde unter anderem, dass es auch in den zusätzlichen Jahren keine betriebsbedingten Kündigungen von Leag-Mitarbeiter aus Proschim und Welzow geben soll. Verträge, die  ortsansäßige Unternehmen mit der Leag haben, sollten verlängert werden.

Der Proschimer Ortsvorsteher will zudem eine Karte von der Leag, die lediglich das Loch nach Abschluss des räumlichen Teilabschnitts I zeigt. Bisher, so Schulz, habe er nur Karten gesehen, wo Teilfläche I und II zusammengefasst dargestellt werden. Beschlossen werden soll die Welzower Stellungnahme in der Stadtverordnetenversammlung am 21. Februar.