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Spremberg
Zur Fledermaus kommt die Schwalbe

Mitglieder des Spremberger Nabu-Regionalverbandes diskutieren mit Chtistina  Paulo von der Leag die Fortschreibung des Vertrages. ⇥Foto: Annett Igel-Allzeit
Mitglieder des Spremberger Nabu-Regionalverbandes diskutieren mit Chtistina Paulo von der Leag die Fortschreibung des Vertrages. ⇥Foto: Annett Igel-Allzeit FOTO: Annett Igel-Allzeit / LR
Spremberg. Das Bergbauunternehmen Leag und Naturschützer des Naturschutzbundes (Nabu) in Spremberg wollen eine gemeinsame Vereinbarung fortschreiben. Künftig geht es dabei nicht nur um die Sicherung von Rückzugsräumen für Fledermäuse. Von Annett Igel-Allzeit

Die Spremberger Naturschützer werden mit dem neuen Bergbaubetreiber Leag weiter zusammenarbeiten. Christina Paulo, Bereichsingenieurin für Ökologie bei der Leag, hat sich mit Mitgliedern des Spremberger Regionalverbandes des Naturschutzbundes (Nabu) getroffen, um über nächste Vorhaben zu sprechen. Nicht nur die Fledermäuse sollen im gemeinsamen Blickfeld bleiben, sondern auch etwas für Schwalben getan werden.

Im Jahr 2011 war der Vertrag zwischen dem Spremberger Regionalverband und dem damaligen Bergbaubetreiber Vattenfall geschlossen worden. Nun geht es um die Fortschreibung der „Vereinbarung zur Weiterführung von Maßnahmen über den Artenschutz im Tagebauumfeld Welzow-Süd“. Ein Geben und Nehmen hat sich entwickelt: Während der Bergbaubetreiber finanziert und seine „Sorgenkinder“ in der Flora und Fauna nennt, haben die Naturschützer Ideen für Ausgleichsmaßnahmen, die der Bergbautreiber leisten muss.

Mehr als 260 Fledermauskästen wurden im Rahmen des Projektes „Gebt der Fledermaus ein Zuhause“ zwischen Spreeaue und Rekultivierungsgebiet des Tagebaus Welzow-Süd angebracht, In Richtung Muskauer Faltenbogen entstanden Winter- und Sommerquartiere für sie. Die Altwasserwerke in Spremberg und Graustein, Trafotürme in Schönheide, Bloischdorf und bald auch in Hornow und Friedhofshallen auf dem Waldfriedhof und in Bühlow gehören inzwischen den Fledermäusen und anderen Tieren.

„Neben dem Naturschutzfonds Brandenburg, dem Spree-Neiße-Kreis und der Stadt Spremberg hat uns da der Bergbaubetreiber kräftig unterstützt“, sagt Wieland Böttger, Vorsitzender des Nabu-Regionalverbandes. Er zeigte Christina Paulo eine Karte, auf der sämtliche Kästen und Quartiere eingezeichnet sind. Gespräche zu einem Fledermaustunnel bei Cantdorf laufen. Sobald Kästen ersetzt werden müssen oder Bedarf für mehr bestehe, solle das der Nabu dem Bergbaubetreiber in Rechnung stellen, so Christina Paula. Sie hofft, dass der Nabu bald Fledermausarten im beackerten Gebiet nachweisen kann. Böttger erzählte vom Gerät, das sich der Verband angeschafft hat, um die Arten zu bestimmen. „Aber wir brauchen dazu noch etwas Zeit, wir sind ein Verein mit Ehrenamtlichen, kein Unternehmen.“ Gute Kontakte zu Fledermaus-Experten und zum Landesumweltamt seien geknüpft.

Beteiligen will sich die Leag weiter am Monitoring des Buckower Sees. „Daran haben auch die Anwohner großes Interesse. Sie schauen regelmäßig hin, melden sich, wenn etwas ungewöhnlich ist“, sagt der Verbandschef. Eine Info-Tafel am Buckower See planen die Naturschützer auch noch. Doch das Monitoring der Kochsa wackelt. „Wie der Buckower See liegt auch die Kochsa in der Verantwortung des Tagebaus“, sagt Wieland Böttger. Christina Paulo schreibt den Wunsch erst einmal ins Protokoll.

Aber für Schwalben und Mauersegler suchen die Ökologen der Leag noch ein Projekt. 40 Mehlschwalben-Brutpaare und fünf Mauersegler-Brutpaare wurden an den Tagesanlagen am Tagebau Welzow-Süd gezählt. Nach dem geplanten Umzug der Tagesanalgen in den Industriepark Schwarze Pumpe sollen die Gebäude samt Kantine „Am Schacht Drei“ zwischen 2019 und 2021 abgerissen werden. Bis dahin sei eine Lösung für die Schwalben und Mauersegler zu finden. Auch für die Spremberger Nabu-Aktion „Blumenwiese“ kann sich Christina Paulo gut vorstellen, dass die Leag noch einen Beitrag leistet. „Auf den großen Ofenlandflächen tun wir bereits viel für den Naturschutz, aber auf den kleinen Grünflächen rund um unsere Gebäude könnten wir es mehr blühen lassen“, so Christina Paulo.

Mit der Blumenwiesen-Aktion versucht der Nabu den Schönheits- und Aufräumwahn zu stoppen. Harald Peschel, verantwortlich für die Öffentlichkeitssarbeit im Verband: „Das Gras muss nicht ganz kurz sein. Zweimal im Jahr mähen reicht.“