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Gunther Emmerlich in Spremberg
Die schönsten Worte über Musik

Der Opernsänger Gunther Emmerlich und die Cellistin Sabina Herzog arbeiten seit vielen Jahren zusammen. Zum Konzert in Sprermberg bringen sie den Organisten Matthias Suschke und den Trompeter Johann Plietzsch mit.
Der Opernsänger Gunther Emmerlich und die Cellistin Sabina Herzog arbeiten seit vielen Jahren zusammen. Zum Konzert in Sprermberg bringen sie den Organisten Matthias Suschke und den Trompeter Johann Plietzsch mit. FOTO: pr
Spremberg. Es ist fast elf Jahre her, dass der Opernsänger und Entertainer Gunther Emmerlich mit einem Weihnachtsprogramm 750 Leute in Sprembergs Kreuzkirche lockte. Damals hatte die Gaststätte "Zum Burglehn" noch geöffnet. Annett Igel-Allzeit

Der Wirt Gisbert Grundmann lebte noch. Und Gunther Emmerlich durfte zu ihm hinter den Tresen und Bier zapfen. Am Samstag kommt Emmerlich wieder nach Spremberg. Er hat in der Zwischenzeit viel geschafft. Mit den Büchern "Ich wollte mich mal ausreden lassen" und "Zugabe" sind zwei autobiografische Anekdotensammlungen erschienen. Gemeinsam mit Sylke Tannhäuser versuchte er es in "Mords-Musik" als Kurzkrimiautor, und 2014 wurde es Zeit für eine Zäsur mit dem Programm "Die Welt und ich - 70 Jahre Emmerlich".

Nach Spremberg kommt er am Samstag mit dem Programm "Martin Luther in Wort und Ton". Bereits 2013 hatte Emmerlich als Schirmherr der Sanierung der Stadtkirche Wittenberg begonnen, das große Jubiläum zu 500 Jahren Reformation mit vorzubereiten. Dazu ein musikalisches Programm zu entwickeln, war für ihn und sein Ensemble selbstverständlich. "Auch wenn der Titel etwas nüchtern klingt - es ist nur eine Überschrift, verbirgt sich dahinter ein interessantes, heiteres und musikalisch abwechslungsreiches Programm", versichert der Opernsänger in seinem festen Bass.

Er selbst sei in diesem Jubiläumsjahr ein sehr wacher Luther-Konsument. "Seine Klugheit, sein Humor, sein deftiger Witz und auch seine Irrtümer bewegen mich. Die Ausstellungen und Konzerte haben mein Lutherbild bereichert. Verbunden fühle ich mich ihm allerdings schon seit meiner Taufe und Konfirmation."

Gunther Emmerlich kommt mit dem Organisten Matthias Suschke, dem Trompeter Johann Plietzsch und der Cellistin Sabina Herzog. Während Plietzsch der Dresdener Ludwig-Güttler-Klasse entsprungen ist und Matthias Suschke aus Rudolstadt stammt, wuchs Sabina Herzog in der Oberlausitz auf. "Alle drei wohnen heute in Berlin. Ich finde es vernünftig, mit Musikern zusammenzuarbeiten, die man kennt, schätzt und die in erreichbarer Nähe siedeln. Aber bei den Theaterfestspielen im hessischen Bad Hersfeld klappte es auch mit Musikern aus Frankfurt am Main. Musik ist das grenzenloseste Phänomen, das es gibt", sagt Emmerlich. Aber die liebevollsten Worte über Musik habe Luther formuliert. Die werden die Besucher des Konzerts am Samstag hören. Musikalisch wird der Bogen von Chorälen bis zu heiteren Stücken aus der Zeit des Barock, der Klassik und Romantik reichen. Spirituals werden erklingen. Werke von Johann Walther, Wolfgang Amadeus Mozart und Martin Luther stehen auf dem Programm. "Und selbstverständlich Werke von Johann Sebastian Bach - dabei ist eine Komposition, die bei Luther ihren Ursprung hat, von Bach aufgenommen und von Mozart zitiert wurde."

Dass Kirchenmusik in Emmerlichs musikalischer Entwicklung sehr früh eine große Rolle spielte, sei in der DDR nicht ungewöhnlich gewesen. "Bach wurde in Eisenach geboren, ist also ein thüringischer Landsmann von mir." In der Musikhochschule "Franz Liszt" in Weimar, wo Emmerlich 1972 seinen Abschluss in der Fachrichtung Operngesang meisterte, hatte Bach seinen festen Platz im Studien-Kanon. "So gehören auch Kirchenkonzerte schon lange zu meinem Repertoire", sagt Gunther Emmerlich, "in der DDR plätscherte zwar viel so dahin, aber Bach strömte."

Zum Thema:
Das Konzert "Martin Luther in Wort und Ton" mit Gunther Emmerlich und seinem Ensemble beginnt am Samstag, 7. Oktober, um 19 Uhr in der Spremberger Kreuzkirche. Der Eintritt, so Alexander Adam, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates in der Kreuzkirche, kostet 23 Euro. Im Kirchenbüro am Kirchplatz, im Reisebüro Grahl in der Langen Straße und in der Touristinformation können Karten im Vorverkauf erstanden werden.