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Die Schlacht der Zahlen tobt

Rene Wappler
Rene Wappler FOTO: M. Behnke (DC)
Kommentar. Gerade tobt eine Schlacht um die Deutung von Zahlen. Die Braunkohlegegner halten dem Verdi-Chef Frank Bsirske vor: Aus der Luft gegriffen sei sein Argument der 100 000 Arbeitsplätze, die aufgrund der Braunkohle-Abgabe ins Wanken gerieten. René Wappler

Sie kommen beim genauen Nachrechnen auf höchstens 20 000 Jobs - und bezichtigen ihn deshalb der Panikmache und des Lobbyismus.

Nun können in diesem Konflikt beide Seiten ihre Interessen nicht verbergen. Natürlich geht es einer Gewerkschaft darum, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Und ohne Frage werden die Gegner der Kohle jede Chance nutzen, Einwände aus der Industrie zu zerpflücken und der Lächerlichkeit preiszugeben.

Wer aber leugnet, dass ein Verschwinden der Bergbauindustrie weitere Branchen treffen könnte, der argumentiert auch unsauber. Gerade junge Menschen ohne Job ziehen weg. Alarmsignal: Schon jetzt verlassen den Spree-Neiße-Kreis so viele Leute unter 30 Jahren wie keine andere Region in Deutschland.

r.wappler@lr-online.de

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