| 02:46 Uhr

Die Rohrfeder als Markenzeichen

Auf sechs Bildern hat Monika Schumann Impressionen aus einem Patchwork-Kurs der Hoyerswerdaer Volkshochschule festgehalten. Sie sind Teil der Gemeinschaftsausstellung "Mit Strich und Faden", die im Kraftwerk Schwarze Pumpe zu sehen sein wird.
Auf sechs Bildern hat Monika Schumann Impressionen aus einem Patchwork-Kurs der Hoyerswerdaer Volkshochschule festgehalten. Sie sind Teil der Gemeinschaftsausstellung "Mit Strich und Faden", die im Kraftwerk Schwarze Pumpe zu sehen sein wird. FOTO: Christiane Klein
Bergen. Die Rohrfeder ist ihr Ausdrucksmittel: Seit 1999 arbeitet Monika Schumann freiberuflich in ihrem Atelier in Bergen. Ab Donnerstag sind einige ihrer Werke in der neuen Ausstellung "Mit Strich und Faden" im Kraftwerk Schwarze Pumpe zu sehen – zusammen mit Patchwork-Arbeiten von der Volkshochschule Hoyerswerda. Christiane Klein /

Gekonnt setzt Monika Schumann die Rohrfeder auf die Leinwand und verleiht ihrem Bild mit Tusche Konturen und Akzente. "Ich mag die schönen Linien und Striche, die sich mit der Rohrfeder zeichnen lassen. Es ist gerade das Unkontrollierbare, nicht perfekt Steuerbare, das mich daran reizt", sagt die gebürtige Nardterin. Die Feder aus Schilfrohr oder Bambus ist zu ihrem Markenzeichen geworden. Mit ihr entstehen kleine Collagen, Porträts, Skizzen, Stadtansichten und sorbische Motive. Die Künstlerin, die in den 60er-Jahren Kunsterziehung und Geschichte in Berlin studiert hat, arbeitet meist mit Mischtechniken. Dabei kombiniert sie häufig Pastellkreiden oder Öl mit Tusche und Packpapierschnipsel, Zeitungsausschnitte oder manchmal sogar alten Bauplänen.

Auf diese Weise entstehen Ausschnitte aus dem Alltag in der Lausitz: das Zampern im Dorf, die Osterreiter, das Straßentheaterfest in Hoyerswerda oder die schmalen Gassen in Bautzen werden zu Motiven. "Mir ist die Lebendigkeit wichtig, nicht so sehr die Volkskunstsicht", betont Monika Schumann. Ihr gehe es nicht um die perfekte Darstellung sorbischer Trachten und Traditionen, sondern darum, den Alltag einzufangen. Und so zeigen einige ihrer Skizzen beispielsweise Mädchen, unter deren sorbischer Tracht Jeans und Turnschuhe hervorblitzen. "Ich will damit auch die Verbindung der Jugend zum Sorbischen darstellen."

Die Mädchen in Tracht sind bei ihrer neuen Ausstellung in Schwarze Pumpe genauso zu sehen wie eine 17 Meter lange Impression vom Leben auf dem Damm der Schwarzen Elster, aber auch Stadtansichten aus Bautzen und Hoyerswerda sowie Skizzen vom Urlaub in Kroatien werden im Kraftwerk gezeigt.

Den Auftakt der Ausstellung bilden sechs Collagen, die Teilnehmerinnen eines Patchwork-Kurses der Volkshochschule in Hoyerswerda bei ihrer Arbeit zeigen. "Ich habe dort Skizzen gemacht und mir gefielen die vielen Stoffe und Werkzeuge, die Kreativität und der Trubel", erinnert sich Monika Schumann. Das, was für sie die Striche der Rohrfeder sind, seien für die Patchworker Fäden und Nähte. Seit dem Jahr 2008 laufen an der Volkshochschule in Hoyerswerda Patchwork-Kurse unter der Leitung von Monika Selke aus Spremberg, erklärt VHS-Mitarbeiterin Karla Kümmig. Etwa 15 passionierte Teilnehmerinnen zeigen nun ihre aufwendigen Arbeiten im Kraftwerk. Besucher erleben einen bunten Mix aus Arbeiten zu den drei Themen "Round Robin", "Ein Block - ein Quilt" und "Durchblick".

Zum Thema:
Die Gemeinschaftsausstellung "Mit Strich und Faden" in der Galerie im Kraftwerk Schwarze Pumpe ist vom 23. April bis zum 31. August 2015 zu sehen. Die Ausstellungseröffnung findet am heutigen Donnerstag um 18.30 Uhr im Foyer des Kraftwerkes statt.