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Spremberg
„Lockenwickler sind die Ausnahme“

Paul und Hansen Hoepner kommen nach Spremberg.
Paul und Hansen Hoepner kommen nach Spremberg. FOTO: PR / Hoepner
Die Hoepner-Zwillinge kommen am 26. Oktober mit ihrem Buch „Zwei um die Welt“ nach Spremberg. Annett Igel-Allzeit

Was ist toll daran, als Zwillinge auf die Welt gekommen zu sein?

Paul: Unglaublich viel. Aber wir vergessen auch nicht, dass es sehr schwer sein kann, gerade in der Jugend. Mittlerweile genießen wir die Späßchen, die wir treiben können, die Gemeinsamkeiten, die wir haben, das blinde Vertrauen ineinander und die unglaublichen Abenteuer, die wir dadurch erleben können. Blut, so wird immer gesagt, sei dicker als Wasser. Ich würde sogar sagen: Zwillingsblut ist dicker als Sekundenkleber.

Ihr seht aus wie eineiig, benehmt Euch aber zweieiig - wie oft werdet Ihr von Zwillingsforschern angebaggert?

Hansen: Noch nie. Ich finde das Thema aber selbst sehr spannend. Ich würde mich also darüber freuen, von Forschern angebaggert zu werden. Liebe Spremberger Zwillingsforscher, seht Ihr diesen riesigen Zaunpfahl winken? Mit der gleichen DNA kann man schön beobachten, wie sich vor allem auf Abenteuern, auf denen wir monatelang das Gleiche essen, uns viel bewegen und ein fast identisches Leben haben, das Äußere so dermaßen angleicht, dass ich mich auf Fotos von meinem eigenen Bruder manchmal nicht unterscheiden kann.

Was würdet Ihr nie teilen?

Paul in Absprache mit Hansen: Die Freundin, die Unterhose, die Zahnseide und die Lockenwickler - obwohl wir bei den Wicklern schon manchmal eine Ausnahme machen.

Wenn es Euer Buch „Zwei um die Welt“ in den Schullehrplan schafft, wie sollte das Aufsatzthema dazu für die Zehntklässler, die ja stets in Geldnot sind, lauten?

Paul: Was können wir tun, um den Schullehrplan zu verbessern?

Hansen: Nein, Spaß beiseite. Mit unserem Buch im Schullehrplan zu landen, fänden wir wunderbar. Ich denke, das Thema könnte dann sein: Wie das ungewöhnliche Reisen dazu beitragen kann, in einer globalisierten Welt anderen Kulturen und Völkern unvoreingenommener und mit weniger Vorurteilen zu begegnen.

Was wollt Ihr in einer kleinen Stadt wie Spremberg mit Euren Reiseerlebnissen erreichen?

Paul: Uns ist immer wichtig, dass wir nicht vorhaben, den Leuten zu erzählen, wie die Welt funktioniert. Die Erfahrungen, die wir bei Reisen machen, können wir nicht einfach über Erzählungen weitergeben. Solche Erfahrungen muss man selbst machen. Aber wir wollen die Menschen inspirieren und ermutigen. Ganz nach dem Motto: Die Welt ist rund und beißt nicht.

Mit Paul und Hansen Hoepner sprach Annett Igel-Allzeit