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Die Politiker und die braune Spree bei Spremberg

Wieland Böttger, Vorsitzender des Regionalverbands Spremberg im Naturschutzbund (Nabu) äußert sich angesichts der Politikerbesucher der vergangenen Wochen an der Vorsperre: "Es war zu befürchten, die "Braune Spree" wird wieder zum Wahlkampfthema. Die beiden Spremberger Spitzenkandidaten lotsen Ihre Parteiprominenz zum Stausee und propagieren die bisherigen "Erfolge". Wieland Böttcher, Spremberg

Keiner zählt die bisherigen Versäumnisse auf. Seit weit vor der Gründung der DDR ist die Schwefelkiesspaltung bekannt. Schulbeispiele gibt es reichlich aus dem Bergbaugeschehen des ersten Lausitzer Flözes. DDR-Spezialisten des Bergbaus und der Wasserwirtschaft wussten, wie die Wasserqualität in Flüssen und Gräben bei Flutung der Tagebaue beeinflusst wird.

Als Schwerpunkte der Bergbausanierung nach der Wende wurden die Gelände- und Seengestaltung festgelegt. Teure Landmarken und Erholungsgebietsplan

ungen waren wichtiger als die Wasserqualität der Flüsse. Politiker und Experten waren nur ehrlich in persönlichen Gesprächen, indem sie zugaben: "Wir haben das Problem verschlafen."

Es ist mehr als billig, wenn der Staatssekretär Spahn (CDU) äußert: "Sie sehen, was die Abwicklung des Sozialismus uns heute noch kostet." Wo Bergbau betrieben wird, damit Geld verdient wird, entstehen Bergschäden. Das ist in der ganzen Welt so. Auch im Westteil unseres Landes müssen Milliarden für die Sanierung und Beherrschung von Bergbauschäden ausgegeben werden. Die Lausitz, der Leipziger Raum, das Saarland, das Ruhrgebiet und so weiter erhielten und erhalten noch durch den Bergbau ein anderes Gesicht, an der Oberfläche und im Untergrund.

Nach dem Fluten der Tagebaue von Nochten, Welzow-Süd, der Tagebaue Cottbus und Jänschwalde wird es Umweltprobleme geben, die es gilt zu minimieren. Es sind rechtzeitige politische und technische Lösungen gefragt, ohne Parteiprogramme und Wahlkampfauftritte und unsachliche Hinweise auf den DDR-Bergbau.

Als Bürgermeister hat Dr. Schulze noch einen Forderungskatalog mit Ausgleichsmaßnahmen für das "Ertragen durch der toten, braunen Spree durch die Spremberger Bürger in ihrem Stadtgebiet" den Regierungen von Land und Bund übergeben. Wenig Resonanz ist erfolgt, kleine Gesten, wie die billige Kahnreinigungsanlage am Bootshaus der Kanuten, wurden realisiert.

Die Veranstaltung der SPD war fast deckungsgleich zur Veranstaltung der CDU. Hier konnte das Sulfatproblem verniedlicht werden. Es werden ja auch nur die Betonbauwerke in der Spree einer Zerstörung ausgesetzt. Die Lübbenauer Bürger müssen seit Jahren mit einem über dem Sulfat-Richtwert liegenden Trinkwasser leben und es wird in den nächsten Jahren keine weitere Steigerungen der Sulfatbelastung geben.

Kein Wort zu den Auswirkungen auf die Wasserökologie in den Flüssen. Warum wird noch immer intensiv geforscht? Es gibt noch viel zu wenig Forschungsergebnisse, die die Politik zu solchen Schlussfolgerungen berechtigt.

Warum wird noch immer das Problem Hochwasser in der Spree und dem damit verbundenen Austrag von Ockerschlamm aus der Talsperre von den Grünen/Bündnis 90 propagiert, obwohl Behörden und beauftragte Spezialisten diesen Fall negieren und öffentlich erläutert haben? Wieder ein Wahlkampfthema einer Fraktion.

Das Sanierungsprogramm des Bergbausanierers und der Wasserbehörde, das kontrollierbar nach Terminen und Sanierungszielen aufgestellt ist, reicht.

Wahlprogramme und Wahlkampfauftritte sind überflüssig."