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| 02:38 Uhr

Die Linke verliert im Wahlkreis 42 Hälfte ihrer Stimmen

Spremberg. Zu den besonders eng umkämpften Wahlkreisen in Brandenburg hat am Sonntag der Spremberger Wahlkreis 42 gehört. 117 Stimmen lagen am Ende zwischen Raik Nowka (CDU) und Jörg Rakete (SPD). bob/cw

Bei insgesamt abgegebenen 19 808 Stimmen ein denkbar knapper Erfolg für den CDU-Kandidaten, der in der Partei am Montag um so größer gefeiert wurde. Klaus-Peter Schulze, Mitglied im Bundestag und Vorsitzender der CDU Spremberg: "Diese Landtagswahl war für die CDU ein beachtlicher Erfolg, konnte sie doch zwei weitere Sitze im Brandenburgischen Landtag hinzugewinnen. Mit Raik Nowka ist es erstmals seit 20 Jahren einem CDU-Kandidaten gelungen, in unserem Wahlkreis das Direktmandat zu erlangen." Dies sei umso bemerkenswerter, wenn man bedenke, dass sich hier "ein Politik-Neuling gegen einen langjährigen und mit zahlreichen Ämtern versehenen SPD-Funktionär durchsetzen konnte".

Katerstimmung hingegen bei der SPD, trotz eines sehr guten Zweitstimmenergebnisses. Immerhin konnte die SPD im Wahlkreis 42 im Vergleich zur letzten Landtagswahl rund sechs Prozent hinzugewinnen. Mit 38,1 Prozent holte die SPD in Spremberg, Welzow, Döbern und Neuhausen/Spree das viertbeste Wahlkreisergebnis bei den Zweitstimmen im gesamten Land. Als Hochburg der Sozialdemokraten erwies sich dabei die Stadt Welzow, wo fast 43 Prozent der Wähler ihre Zweitstimme für die SPD gaben. "Auch, wenn wir keinen Direktkandidaten haben, ist die SPD im Süden Brandenburgs nicht abgeschrieben", so interpretierte der Spremberger SPD-Stadtfraktionschef Dirk Süßmilch das Wahlergebnis vom Sonntag. Landtagskandidat Jörg Rakete zeigte sich zwar enttäuscht über die knappe Niederlage, zollte seinem CDU-Herausforderer Raik Nowka jedoch Respekt "für die faire und sachliche Auseinandersetzung im Wahlkampf".

Wenig Grund zum Feiern hatte hingegen die Linke. Im Wahlkreis, den Birgit Wöllert bei den letzten beiden Landtagswahlen jeweils gewinnen konnte, brachte es Andreas Paul Mekelburg nur auf 16,74 Prozent und damit Platz drei. Bei den Zweitstimmen sah es ähnlich aus. 13,87 Prozent - das ist nur noch rund die Hälfte dessen, was die Linken noch 2009 im Süden des Landkreises Spree-Neiße einfahren konnten.

Hannelore Wodtke, die als parteilose Direktkandidatin für Bündnis 90/Die Grünen angetreten war, freute sich, mit "ihren" 915 Stimmen zum klaren Wiedereinzug der Grünen in das Landesparlament beigetragen zu haben. Den größten Anteil der Stimmen konnte sie freilich in ihrem Wohnort Welzow und in Proschim erreichen, wo insgesamt 15 Prozent der Wähler ihr Kreuz hinter ihrem Namen machten.

Eberhard Brünsch (BVB/Freie Wähler) könne mit seinem Wahlergebnis von knapp fünf Prozent ganz gut leben, erklärte er. Empört ist er jedoch darüber, dass in der Region Spremberg mehr als hundert Wahlplakate der BVB verschwunden seien. Brünsch: "Irgendwer hat uns hier massiv behindert."