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| 02:55 Uhr

Die Lausitz steht in einer Schule

Der Forster Wasserturm steht jetzt in Welzow. Zumindest im Maßstab 1:25. Bernd Scharlau präsentiert hier das erst kürzlich vollendete Modell.
Der Forster Wasserturm steht jetzt in Welzow. Zumindest im Maßstab 1:25. Bernd Scharlau präsentiert hier das erst kürzlich vollendete Modell. FOTO: T. Richter/trt1
Welzow. Zu einem gemeinsamen Tag der offenen Türen haben am Sonntag sechs Einrichtungen in der Stadt Welzow eingeladen. Den Gästen wurde von der Archäologie über Reiterlebnisse bis zu Tretmobil-Touren ein reichhaltiges Angebot präsentiert. Torsten Richter / trt1

Die Lausitz trifft sich in Welzow. Mehr noch: Fast alle wichtigen Gebäude der Gegend zwischen Spreewald und Zittauer Gebirge befinden sich jetzt auf einem einzigen Grundstück. Und zwar in und um die Puschkin-Schule in der Spremberger Straße. Von der Brikettfabrik "Louise" in Domsdorf bei Doberlug-Kirchhain über einen Straßenzug der Hoyerswerdaer Neustadt, die Spreewitzer Fachwerkkirche bis zum Forster Kreishaus reicht das Repertoire. Natürlich nicht im Original, aber originalgetreu im Maßstab 1:25 aus PVC-Hartschaum nachgebaut.

Der Themen- und Informationspark (TIP) Lausitzer Seenland macht's möglich. Nach Angaben von Vereinschef Frank Brunne können derzeit etwa 35 Modelle, die in verschiedenen Werkstätten der Region gestaltet wurden, besichtigt werden. Seit Anfang März dürfe der Verein auch das gesamte Schulgelände, das der Stadt gehört, einschließlich der dortigen Sporthalle zu Ausstellungszwecken nutzen. Denn in der einstigen Puschkin-Schule werde langsam der Platz knapp. Aktuell werde das Archäotechnische Zentrum (ATZ), das sich nur einen Steinwurf vom TIP entfernt befindet, nachgebaut.

In der originalen Einrichtung führt Kristine Messenbrink die Besucher durch die Ausstellung. Die Gäste erfahren unter anderem, was es mit einer eher unscheinbar wirkenden Klapperente auf sich hat. Dabei, so Messenbrink, handele es sich nicht um ein Kinderspielzeug. "Sondern um eine Beigabe bei der Beerdigung von Kindern. Die Hinterbliebenen glaubten vor rund 4700 Jahren, dass die Ente die Seele des Kindes mit ins Wasser nehmen würde. Dort gebe es eine Chance auf Wiedergeburt."

Auch das ATZ-Außengelände kann sich bereits im Vorfrühling sehen lassen. So wurde erst im vergangenen Jahr eine hölzerne Unterstellmöglichkeit errichtet, die als "grünes Klassenzimmer" dient. Nicht weit entfernt ist ein Steinzeithaus im Entstehen begriffen. Das Grundgerüst steht, jetzt fehlten nur noch die Wände.

Großer Andrang herrscht am gestrigen Sonntag auch im Besucherzentrum "Excursio" des Bergbautourismusvereins (BTV) "Stadt Welzow". Besondere Aufmerksamkeit erzeugen die beiden Tretmobile vor der Kulisse des einstigen Bahnhofes. "Vier bis sechs Personen können so die Stadt erkunden. Je mehr Leute einsteigen, desto leichter fahren diese Gefährte", erklärt Ulrich Smol vom BTV. Für zehn beziehungsweise 15 Euro je Stunde könnten die Tretmobile ausgeliehen werden.

Im Packschuppen des Besucherzentrums wird den Gästen die Lausitz aus der Vogelperspektive präsentiert. Mehrere großformatige Luftbilder der Gegend zwischen Spreewald und Zittauer Gebirge schmücken die Wände. Urheber ist der Hoyerswerdaer Fotograf Peter Radke, einer der Autoren des im Mai 2013 erschienenen Buches "Die Lausitz von oben".

In der Welzower Heimatstube wird die erst vor wenigen Tagen eröffnete Ausstellung der Spremberger Zeichnerin Jenny Pawellek gezeigt. Die 23-Jährige hatte ein Kinderbuch des Welzower Autors Wolf Kelpinski mit entsprechenden Abbildungen versehen. Darüber hinaus luden zum Tag der offenen Türen ebenso das Begegnungszentrum "Alte Dorfschule" sowie die Proschimer Wanderreitstation zu einem Besuch ein.

Dank des sonnigen Wetters nutzten zahlreiche Gäste, darunter viele Nicht-Welzower, die vielfältigen Angebote.