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| 18:00 Uhr

Jahresrückblick
Die Kracher 2018 in und um Spremberg

FOTO: Lausitzer Rundschau Medienhaus / Detlef Bogott (1) und Annett Igel-Allzeit (4)
Von Brandserien, Kühen auf Tagebautour und Sorgen ums Rathaus-Ensemble – diese Ereignisse haben die Bürger in diesem Jahr beschäftigt.

1 Brandserien haben in Spremberg und Welzow nicht nur Feuerwehrleute aus dem Schlaf gerissen. Auch viele Bürger beschäftigte das. In Welzow gingen sogar schon Bürger nachts Streife. Alle atmeten auf, als zwei mutmaßliche Täter festgenommen werden konnten. Die beiden Brüder aus Welzow sind inzwischen vom Amtsgericht Cottbus verurteilt und werden nicht so schnell nach Welzow zurückkehren, die Brandruinen erinnern noch.
In der Spremberger Innenstadt beschäftigten Flammen in der Nacht zum 9. Juni die Feuerwehr. Der Brand beschädigte Fassaden, Fenster und eine leere Wohnung. In der Pfortenstraße brannte ein Moped ab. In der Grünstraße litt der Straßenbelag unter der Hitze. Die Ermittlungen der Polizei führten in Spremberg, anders als in Welzow, nicht zu einem Tatverdächtigen. Für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute in Spremberg zeichnete sich auch aufgrund dieser Brandserie schon im Herbst ab, dass die Zahl der Einsätze vom 1. Januar bis zum Silvestertag das bisherige Rekordjahr 2017 übertreffen wird.

2 Der sechsarmige Kreisel am Spremberger Busbahnhof ist mit all seinen Zufahrten nach drei Jahren Bauzeit im Juli freigegeben worden. 3,9 Millionen Euro hat der neue Knoten gekostet. Von den 1040 Metern Gesamtstrecke bauten der Bund 475 Meter, das Land 170 Meter und die Stadt 205 Meter. Die  Kreisfahrbahn allein ist 190 Meter lang. Ungewöhnlich war, dass der Kreisverkehr drei Monate vorm geplanten Abschluss fertig wurde. Ein kompliziertes Einbahnstraßensystem durch Spremberg ist damit Geschichte. Die Radfahrer wurden eingebunden. Die bepflanzte Insel und die angrenzenden Beete aber hatten einen besonders trockenen ersten Sommer zu überstehen.

 

3 Das Amt der Spreenixe ist eines der anstrengendsten Spremberger Ehrenämter: Auf mehr als 50 Terminen im Jahr muss die Nixe die Stadt präsentieren, nett aussehen, immer ins Kleid passen und dabei gut drauf sein. Auch die Familie und der Arbeitgeber müssen mitziehen. Francy Kuhlee, Sprembergs 19. Spreenixe, war nun die erste Nixe, die nach rund 30 Terminen aus persönlichen Gründen kurz vorm Heimatfest die Reißleine zog. Cornelia Hansche, Sachbearbeiterin im Bereich Kultur im Rathaus, die sich um die Nixen kümmert, fiel es nicht schwer, Verständnis zu haben: „Jeder Nixe kann in ihrer Amtszeit mal etwas dazwischen kommen. Auch dann sind wir für sie da!“ Da war in dieser Notlage auch Nicole Pietkie­wicz, Sprembergs 18. Spreenixe. Als „Kommissarische Nixe“ hilft sie nun der Stadt. Zum Heimatfest 2019 soll die 20. Spreenixe gekürt oder gewählt werden.

 

4 Nicht nur viele Touristen kommen, um in denTagebau zu gucken. Auch rund 30 Mutterkühe der Proschimer Rösch-Gruppe sind am Abend des 14. November ausgebüxt, um den Tagebau zu erkunden. Noch in der Nacht versuchte der Agrarbetrieb, die Tier wieder einzufangen. Vergeblich. Am Morgen des 15. November gegen 5.46 Uhr stieß der Mannschaftstransportwagen, der die Bergleute zum Schichtwechsel in den Tagebau Welzow-Süd bringt, mit einer der entrückten Kühe zusammen. Menschen wurden nicht verletzt. Der Schaden am Transporter belief sich auf 1000 Euro. Allerdings musste ein Polizist von seiner Dienstwaffe Gebrauch machen und die angefahrene Kuh von ihren Leiden erlösen.

 

5 Eine Familie lässt sich ein Haus bauen, betreut von ambitionierten Architekten, und zehn Jahre später muss sie es wieder abreißen, weil es unbewohnbar ist. Klingt erst mal wie der Fiebertraum eines Eigentümers, den Panikattacken verfolgen. Doch so weit weg von der Realität ist dieses Szenario nicht. Regen dringt nämlich in das Bürgerhaus ein, das erst seit dem Jahr 2008 am Spremberger Marktplatz steht. Der Zerfall ist so weit fortgeschritten, dass die Stadtverordneten über einen möglichen Abriss reden. Falls eine Sanierung teurer wäre, könnte das Bürgerhaus also als kommunale Fehlinvestition von mehr als sechs Millionen Euro in die Spremberger Architekturgeschichte eingehen. Gleich nebenan zersetzt die Nässe auch noch den Turm des Rathauses. Die Mitarbeiter des Fachbereichs für Bauen und Wohnen ließen ihn im November sichern, um eine Gefahr für Passanten in der Langen Straße abzuwenden. So leidet das Herz von Spremberg unter Altersschwäche.