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| 18:29 Uhr

Multitalent von Nebenan
Die gute Seele vom Flugplatz

 Als "Hausmeister" kümmert sich Mike Hohmann auch um die Wasserversorgung zahlreicher Pferde, die ebenfalls auf dem riesigen Areal ihr eigenes Reich haben.
Als "Hausmeister" kümmert sich Mike Hohmann auch um die Wasserversorgung zahlreicher Pferde, die ebenfalls auf dem riesigen Areal ihr eigenes Reich haben. FOTO: LR / Marcel Laggai
Dass der Flugplatz Welzow mehr zu bieten hat als Voraussetzungen für Flugverkehr, das braucht man Mike Hohmann nicht zu sagen. Von Marcel Laggai

Fachlich richtig ist Mike Hohmann technischer Betriebsleiter, doch sich selbst bezeichnet er scherzhaft gern als „Hausmeister“ oder gar als „Mädchen für alles“. Dabei sollte keineswegs unterschätzt werden, welch unterschiedliche Tätigkeiten den 46-Jährigen tagtäglich auf dem Welzower Flugplatz – seiner Wirkungsstätte – erwarten. Hohmann koordiniert dort nämlich einen Großteil der Arbeiten, die auf dem knapp 660 Hektar großen Areal anfallen. Umgerechnet sind das circa 924 Fußballfelder. Dabei ist selten ein Tag wie der andere. „Zwar gibt es regelmäßige Arbeiten, wie die Pflege der Anlage, aber zwischendurch tun sich immer wieder neue ‚Baustellen’ auf“, so der Welzower.

Hohmann selbst lebt unweit des Flugplatzes und ist seit jeher Fan der Luftfahrt. Über die Jahre hinweg ist er zudem ein versierter Kenner der Branche geworden. Da wundert es nicht, dass er mittlerweile auch das Flugplatzmuseum leitet und allerhand Fachwissen zum Besten geben kann. Ob Flugplatzhistorie oder Anekdoten zu unterschiedlichen Fliegern, all dies schüttelt der selbsternannte „Hausmeister“ fast schon beiläufig aus dem Ärmel. So weiß er etwa, dass unweit der Pisten einst fast 3000 Menschen lebten. „Das war hier wie eine kleine Stadt, mit Versorgung, Unterbringung und sogar einer direkten Bahnanbindung.“ Der lebendige Alltag der Vorwendezeit lässt sich aktuell aber nur noch erahnen. Ein Großteil der Unterkünfte und sonstigen Gebäude ist bereits Geschichte oder nur noch in Bruchstücken erkennbar.

Die auf dem weitreichenden Areal verteilten und mittlerweile von dichten Wäldern „versteckten“ Flugzeughangars sind allerdings zum Großteil noch intakt. „Viele von ihnen sind vermietet und somit mehr oder minder noch im täglichen Gebrauch“, weiß Hohmann, der jeden dieser sogenannten Shelter genau verorten kann. Viele würden als Lager genutzt oder seien der Sitz von kleinen Unternehmen, heißt es weiter.

Die ehemaligen Militär-Objekte dienen aber nicht nur als Lager, sondern werden regelmäßig auch von Filmgesellschaften gemietet. „Vor einiger Zeit wurde hier beispielsweise der „Rote Baron“ gedreht.“ Neulich sei aber auch ein Berliner Online-Magazin zu Gast gewesen, so Hohmann. „Die haben die leicht verfallene Kulisse des Hangars für ein Interview mit der Band ‚Van Holzen’ gesucht und hier bei uns gefunden“, erinnert sich der 46-Jährige. Termine mit Produktionsfirmen haben für den Welzower sowieso einen ganz besonderen Reiz. Schließlich betreibt er nebenher ein kleines Unternehmen, welches sich auf Drohnen-Videos spezialisiert hat. „Aufgrund der unterschiedlichen Kameratechnik und meiner Kenntnisse stets eine willkommene Abwechslung.“

Während Produktionsfirmen auf dem Areal stets gern gesehene Gäste sind,  „verirren“ sich aber immer wieder auch Leute auf das Gelände, die dort nichts zu suchen haben. „Ein Ärgernis für uns, aber auch eine Gefahr für die Leute selbst“, versichert Hohmann. Ob haushohe Flugzeug-Garagen oder Grabenanlagen – ein unachtsamer Schritt kann mitunter schlimme Folgen haben. Dabei ist es in den seltensten Fällen Unachtsamkeit, die die Leute auf das Gelände treibt. „Überall stehen große Schilder, die aber konsequent ignoriert werden“, so der 46-Jährige. Was abseits der Landebahn lediglich Folgen für die „verirrten“ Personen hat, kann auf dem Vorfeld der Piste schwere Konsequenzen nach sich ziehen. Kollisionen seien nicht ausgeschlossen.

Unabhängig davon schätzt Hohmann die vielseitige Arbeit auf dem Areal und möchte sie nicht mehr missen. „Man weiß schließlich nie, was der Tag so bringt.“

 Betriebsleiter Mike Hohmann
Betriebsleiter Mike Hohmann FOTO: LR / Marcel Laggai
 Als "Hausmeister" kümmert sich Mike Hohmann auch um die Wasserversorgung zahlreicher Pferde, die ebenfalls auf dem riesigen Areal ihr eigenes Reich haben.
Als "Hausmeister" kümmert sich Mike Hohmann auch um die Wasserversorgung zahlreicher Pferde, die ebenfalls auf dem riesigen Areal ihr eigenes Reich haben. FOTO: LR / Marcel Laggai
 Betriebsleiter Mike Hohmann
Betriebsleiter Mike Hohmann FOTO: LR / Marcel Laggai