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Die Frage nach dem Ordnungsamt

Leserbrief. Zum Beitrag "Hammerlache mutiert zur Müllhalde" (LR vom 1. April) äußert sich Uwe Basenau unter anderem: (…)

Als ambitionierter Angler habe auch ich schon oft bei Tag und bei Nacht an der Hammerlache verbracht. Dabei fiel mir allerdings auch auf, dass der besagte Mülleimer oftmals mehrere Wochen nicht geleert wurde, daher letztendlich überlief und der Wind nicht mehr hineinpassenden Abfall so nach und nach im Gelände verteilte. Dies betrifft jedoch nicht nur die Hammerlache. Auch die Müllentsorgung auf dem Parkplatz am Friedhof in Neu-Haidemühl stellt sich seit Jahren schon recht pro blematisch dar, weil jene, die Steuern und Müllgebühren kassieren, sich dafür nicht zuständig fühlen. Schaffte es die Stadtbrigade dann eines Tages doch, den Mülleimer an der Hammerlache zu leeren, wurde dem im Gelände verteilten Müll leider kaum die erforderliche Aufmerksamkeit geschenkt. Das erledigten dann letztendlich zumeist die umweltbewussten Angler. Hier frage ich mich allerdings auch: "Wo sind hier die Mitarbeiter vom Ordnungsamt?" In der Innenstadt sind sie eigentlich täglich mit ihrem Ticketblock anzutreffen. (…)

ch konnte jedoch noch nie beobachten, dass eines dieser Ferkel zur Rechenschaft gezogen wurde, welches achtlos seine Zigarettenkippe, Papier, Folie oder einen Kaffeebecher auf die Straße oder den Fußweg wirft. Auch habe ich die fleißigen Knöllchenverteiler noch nie an der Hammerlache nach den dortigen Zuständen schauen sehen. Nun mag es ja gut möglich sein, das ich nie zur rechten Zeit am rechten Ort war, um ein solches Ereignis zu beobachten. Vielleicht hat ein anderer Leser sogar andere Erfahrungen gemacht und möchte davon berichten. Ich sehe hier jedoch in erster Linie die Stadtverwaltung in der Pflicht, mit allen gesetzlichen Mitteln und Möglichkeiten gegenüber ertappten Umweltsündern vorzugehen. Insbesondere bei vollstreckbaren Bußgeldern sollte hier von den maximal möglichen Werten reger Gebrauch gemacht werden. Dieses Geld, zusammen mit den Euros aus der Knöllchensammlung, dürfte dann wohl auch ausreichend sein, um eine Bank aus Metall anzuschaffen anstatt jedes Jahr erneut Geld für Vandalismusschäden auszugeben. Zudem wird mit konsequenter Verfolgung von illegaler Müllentsorgung in Verbindung mit schmerzhaften Bußgeldern auch ein klares Zeichen gesetzt. (…)

Das setzt bei den Mitarbeitern des Ordnungsamtes natürlich zum einen ein gewisses Engagement und auch etwas mehr Courage als beim Abzocken der Autofahrer voraus. Und da solche dissozialen Menschen, welche ihren Müll einfach überall da fallen lassen, wo er ihnen gerade lästig wird, meist auch keine Ahnung von guten Umgangsformen haben, geschweige denn Einsicht in ihr Fehlverhalten zeigen würden, kann es bei einer Verfolgung solcher Gesetzesverstöße durchaus zu brenzligen Situationen für die Ordnungskräfte kommen. Diese benötigen dann eventuell Amtshilfe durch die Polizei. Und da kommt aufgrund der tollen Polizeireform unserer rot-roten Landesregierung schon das nächste Problem auf. Wie lange dauert es wohl, bis ein Streifenwagen vor Ort sein und das Ordnungsamt unterstützen kann? (…)