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| 20:20 Uhr

Schulspeisung Spremberg
Der Spagat zwischen preiswerter und gesunder Schulkost

 Das Schulessen ist ein großes Thema.
Das Schulessen ist ein großes Thema. FOTO: SpeedKingz/shutterstock.com
Die Spremberger Ratsrunde hat die Essensversorgung zum neuen Schuljahr neu vergeben. Ferienkinder in Schwarze Pumpe dürfen schon mal vorkosten. Von Annett Igel-Allzeit

Aus Döbern wird künftig das Essen für die Schüler der Berufsorientierenden Oberschule Spremberg (BOS) kommen. Das Unternehmen Dussmann Service Deutschland, ein großer Catering-Anbieter, hat in Döbern eine Zweigstelle für die Zubereitung des Schul­essens. Und die Kinder der Geschwister-Scholl-Grundschule in Schwarze Pumpe dürfen am ersten Schultag wählen zwischen Bohnensuppe mit Rindfleisch und Brot, Nudeln mit vegetarischer Bolognese und Spätzle mit Rahmchampions. Vanillepudding gibt es als Kompott.

Gleich in ihrer allerersten Sitzung nach der Wahl haben die Stadtverordneten mehrheitlich für den Bieter aus Berlin votiert. Aber sie hatten auch keine große Auswahl, um die Schulspeisung der beiden Schulen fürs neue Schuljahr 2019/2020 zu sichern. Zwei Unternehmen hatten ein Angebot für die Grundschule eingereicht. Für die BOS, die mit rund 35 Schülern und Lehrern vergleichsweise wenig Teilnehmer am Schulessen hat, bewarb sich nur Dussmann.  Regionale Schulküchen hatten es gar nicht erst versucht.

Hinzu kam: Zum zweiten Anbieter hat die Stadtverwaltung eine negative Prognose erstellt: Er durfte bereits für die Grundschule in Schwarze Pumpe und auch für die BOS kochen, hat aber enttäuscht. Die Vollständigkeit und die Hygiene seien mehrfach bemängelt worden, heißt es aus dem Fachbereich Innerer Service/Vergabestelle und dem Sachgebiet Kindertagesstätten, Schulen und Soziales. Auch ausreichend warm sei das Essen nicht immer in den Schulen angekommen. Obwohl die Mängel gemeldet worden waren, sei eine Besserung nie von Dauer gewesen.

Immerhin: Dussmann klingt vielversprechend. Drei Menüs pro Tag und Sonderkost bei Unverträglichkeiten werden angeboten. Gesunde Komponenten  und Abwechslung haben die Mitarbeiter der Stadtverwaltung in den Speiseplänen für acht Wochen entdeckt. Und die sechs Referenten, die die Stadtverwaltung aus einer ganzen Liste ausgewählt und angerufen hatte, sollen das Essen als sehr gut bezeichnet haben.

Wie Michaela Mehls, Sprecherin von Dussmann Service Deutschland mitteilt, werde die Versorgung in Schwarze Pumpe schon für die Ferienkinder ab dem 22. Juli mit zwei Menüs starten. „Wir haben uns für die Kinder an diesem ersten Tag auch eine kleine Überraschung überlegt“, sagt sie. Zu den Dussmann-Kunden in der Kinder- und Schulspeisung zählen Mehls zufolge mehr als 150 Einrichtungen zwischen Weißwasser und Schwedt. „Täglich kochen wir in der Region bis zu 11 000 Mittagessen pro Tag. Dazu kommen Frühstück und Vesper für Kindertagesstätten und Horte.“ Dass in der Schulspeisung der Spagat zwischen preiswerter und gesunder Kost nicht einfach ist, weiß Michaela Mehls. „Dank der gastronomischen Erfahrungen unserer tollen Mitarbeiter schaffen wir das aber schon seit vielen Jahren. Sie orientieren sich an den Bedürfnissen und Vorlieben der kleinen Tischgäste. Und viele im Team hatten sich schon zu DDR-Zeiten um das leibliche Wohl der Kinder gekümmert“, so die Unternehmenssprecherin.

Es gebe regelmäßig Weiterbildungen und einen regen Erfahrungsaustausch mit der Produktionsküche in Frankfurt/Oder. Die nämlich habe das Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). „Unsere Speisepläne gestalten wir an Anlehnung an die DGE-Qualitätsstandards für die Schulverpflegung“, so Mehls.

Dass regionale Produkte für die Schulspeisung genutzt werden – ein Wunsch der Stadtverordneten in Spremberg – könne trotz Zentrale in Berlin gesichert werden. „Zwar steuert den Einkauf eine Einkaufplattform, die unser Zentraleinkauf in Berlin führt“, erklärt Michaela Mehls, „aber eingekauft wird in dezentraler Struktur mit kurzen Wegen so regional und saisonal wie möglich“.

Einführungstage in der Mensa, Tipps zur gesunden Ernährung, ja, sogar  Kochkurse hat Dussmann schon mit Schülern durchgeführt. „Wenn die Schulen das wollen, bieten wir das gern auch in Spremberg an“, sagt Michaela Mehls, „zum Tag der Schulverpflegung im September planen wir jedenfalls eine Aktion mit einem besonderen Speiseplan“.

Zwei Jahre gelten die Verträge mit dem Unternehmen Dussmann jetzt. Dann will die Stadt Spremberg die Schulspeisung für alle Schulen neu ausschreiben.