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| 18:52 Uhr

Welzow
Freude übers Plus bleibt schüchtern

Welzow. Die Drehleiter für die Feuerwehr wird Welzows größte Investition im Jahr 2018. Und die Straßenbeleuchtung für den Ortsteil steht auch im Haushalt.

Die größte Anschaffung der Stadt Welzow in diesem Haushaltsjahr ist eine Drehleiter für die Feuerwehr. Das stand schon fest, bevor die Brandserie den Kameraden und Bürgern schlaflose Nächte bereitet hat. 510 000 Euro kostet solch eine Leiter, stemmen kann diese Ausgabe die Stadt nur mit Fördermittel. Auch neue Schutzbekleidung soll die Feuerwehr für 25 000 Euro bekommen und der Welzower Bauhof neue Kehr- und Mähtechnik für 13 000 Euro, zählt Detlef Pusch, der stellvertretende Bürgermeister, auf.

Die Ausstattungen für die Grundschule, die Kita „Pfiffikus“ die Kita „Spatzennest“ und das Begegnungszentrum „Alte Dorfschule“ bewegen sich zwischen 7000 und 500 Euro. Ins Schwimmbad fließen 1000 Euro, die Gedenktafeln für den Friedhof stehen mit 4000 Euro im Plan. Zu den wichtigsten  Bauvorhaben, die in diesem Jahr realisiert werden sollen, zählt die Neugestaltung des Marktplatzes für 485 000 Euro, der Ausbau der Rosa-Luxemburg-Straße für 111 500 Euro und die Erneuerung der Straßenbeleuchtung in Proschim. „Und“, so Pusch, „die Mitnetz will sich finanziell noch beteiligen, was unsere Kosten für die Straßenbeleuchtung weiter senken könnte.“

Das vorläufige Gesamtjahresergebnis einschließlich der außerordentlichen Erträge von Grundstücksverkäufen liegt bei 633 400 Euro. „Und der Ergebnishaushalt 2018 schließt im ordentlichen Ergebnis mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 257 000 Euro ab“, sagt Detlef Pusch. Auch wenn das noch kein Grund zum großen Aufatmen sei –  das Plus aus 2017 und 2018 muss die Defizite in den Folgejahren decken helfen, loben mehrere Stadtverordnete die Arbeit der Verwaltung. Uwe Rogin (Zukunft Welzow Proschim): „Bei diesem positiven Ergebnis können wir davon ausgehen, dass der Haushalt bestätigt wird. Die Stadt bleibt damit handlungsfähig.“ Allerdings vermissen mehrere Stadtverordnete Tiefbauarbeiten. Schließlich habe die Stadt Welzow ein Abwasserbeseitigungskonzept umzusetzen. Hilmar Mißbach  von der Fraktion Bürgerforum/Linke hakt zum Marktplatz nach. So lange die Umnutzung und Sanierung des alten Feuerwehrgebäudes am Markt nicht in „trockenen Tüchern“ sei, mache aus seiner Sicht die Marktplatzgestaltung nicht wirklich Sinn. Und statt ein Haushaltsplus zu loben, hätte er lieber etwas für die Bürger getan: zum Beispiel mit einer Senkung der Grundsteuer B, die vor wenigen Jahren hoch gesetzt werden musste. Ähnlich sieht das Günter Jurischka (CDU/Grüne Zukunft Welzow). Er verwies unter anderem auf die Abwasserentsorgung in Proschim. „Das ist keine Haushaltsführung mit dem Dorf“, kritisiert er. Gebhard Schulz, der Proschimer Ortsvorsteher, sieht das etwas anders: „Die Straßenbeleuchtung für Proschim steht endlich drin. Und wenn etwas für Kita und Schule getan wird, kommt das auch Proschimer Kindern zugute.“  

Detlef Pusch wehrt sich gegen den Vorwurf, dass es „ein Haushalt der Verwaltung“ sei. „Zum Marktplatz gibt es einen Beschluss. Viele Bürger waren in die Pläne einbezogen“, erklärt er. Und während für den Marktplatz Fördermittel fließen, muss ein Straßenausbau ungefördert gestemmt werden. Nein, Welzow könne nicht aus dem Vollen schöpfen. „Wir müssen uns weiter kurz halten bei den Finanzen, wenn wir die Pläne zur Sanierung der Grundschule aufrecht erhalten wollen“, erklärt Pusch. Und auch für die Schule müsse sich die Stadt um Fördermittel bemühen.

Während Welzow in diesem Jahr damit rechnet, 1,57 Millionen Euro Kreisumlage zahlen zu müssen, werden die Gewerbesteuereinnahmen bei einer Millionen Euro liegen. Die schlechteste Gewerbesteuereinnahme seit 2010 erlebten  die Welzower 2016 mit nur 105 700 Euro, den Ausreißer nach oben hatte das Jahr 2013 mit 2,6 Millionen Euro geliefert. Schlüsselzuweisungen seien in einer Höhe von 1,96 Millionen Euro und Einkommenssteuern in Höhe von 900 000 Euro zu erwarten.

Mit zwölf Ja- und fünf Nein-Stimmen wurde der Welzower Haushalt beschlossen.