| 20:38 Uhr

Die Blüten in den Kuthen

Dem Team des Niederlausitzer Heidemuseums hat der Imkervereins 1862 geholfen, einen Imkerwagen am Schloss einzurichten. Er feierte am Samstag Premiere. Am 16. September zeigt der Imkerverein wieder die Lehrimkerei am Wasserwerk. Vor drei Jahren wurde sie eröffnet.
Dem Team des Niederlausitzer Heidemuseums hat der Imkervereins 1862 geholfen, einen Imkerwagen am Schloss einzurichten. Er feierte am Samstag Premiere. Am 16. September zeigt der Imkerverein wieder die Lehrimkerei am Wasserwerk. Vor drei Jahren wurde sie eröffnet. FOTO: Detlef Bogott/dbo1
Spremberg. Die Imker kommen, Kinderbilder voller Blüten sind zu sehen, im Grünen Klassenzimmer wird Naturschutz erklärt. Zuerst aber werden im Wasserwerk in den Slamener Kuthen am Samstag wieder Umweltprobleme diskutiert. Annett Igel-Allzeit

Der Spremberger Wasser- und Abwasserzweckverband (SWAZ) und der Nabu-Regionalverband laden zum 9. Wasser- und Naturschutztag ein. Und obgleich die ockerfarbene Spree nicht laut aus den Vortragsthemen sprudelt, fließt sie still mit. Vor zwei Jahren hatte der Biologe und Chemiker Werner Kratz in Spremberg über Stickstoff im Boden und die Düngeverordnung gesprochen. Jetzt nimmt er das Wasser unter die Lupe. Kratz, Dozent an der Freien Universität unter anderem für Ökologie, Bodenzoologie und Ökotoxikologie, ist stellvertretender Vorsitzender des Nabu-Landesverbandes. Er kann den Sprembergern erklären, wie ernst sie das Sulfat neben dem Eisenschlamm nehmen müssen. Bernd Schmied, der SWAZ-Verbandsvorsteher, geht auf Nummer sicher. Statt auf die Sulfatfahne im "Slamener Riesling" zu warten und das Sulfat teuer herausfiltern zu müssen, will der SWAZ die Bloischdorfer Rinne als Trinkwasservorrat nutzen.

Wieland Böttger, Vorsitzender des Nabu-Regionalverbandes, kritisiert zudem, dass in der Region sorglos mit Trinkwasserschutzgebieten umgegangen werde. 2015 hatte er gemahnt, dass die Böden zu wenig kontrolliert würden. Mehr Kontrollkapazitäten wünscht er sich auch fürs Grundwasser.

Reinhard Reißmann von der Beak Consults GmbH Freiberg wird am Samstag ebenfalls nicht seinen ersten Fachvortrag zum Spremberger Wasser- und Naturschutztag halten. Reißmann begleitet seit Jahren die Entwicklung des Ökosystems im Rekultivierungsgebiet Welzow-Süd und hat Neues über die Tier- und Pflanzenwelt zu berichten. Für Wieland Böttger ist das Gebiet längst Spremberger Landschaft. "Sie muss in ihrer Entwicklung den Menschen hier immer wieder nahe gebracht werden. Trauern um die verschwundenen Dörfer ist für die nächsten Generationen unwichtig. Sie wollen wissen, wie die Landschaft gestaltet wird, wie sich Flora und Fauna entwickeln, wie das der Bergbaubetreiber schafft und welcher Schutz für das neue Ökosystem notwendig ist", so Böttger. Acht Jahre sei der Vertrag zwischen dem Nabu-Regionalverband und dem Bergbaubetreiber Vattenfall zur Realisierung von Naturschutzmaßnahmen gelaufen. "Und der Vertragsentwurf mit dem neuen Betreiber liegt auf dem Tisch", sagt Wieland Böttger.

Neues gibt auch es zum "Kleinen Naturpark" am Wasserwerk. Dieser "Urwald" hat sich zu einem Kleinod entwickelt, der von Kindergartengruppen, Klassen und Familien geschätzt wird. Der Umweltfachberater Andreas Bergmann hat nun zusammengetragen, welche Pflanzen dort wachsen.

Schließlich liefert Lennert Piltz, der Spremberger Tierfotograf, am Ende den bilderreichsten Vortrag. Für eine gute Tieraufnahme liegt er immer wieder und lange auf der Lauer, weiß von den Bruterfolgen vieler Vögel, wie die Wölfe auf die Brunft der Hirsche reagieren und wie Futterneid bei jungen Waschbären klingt.

Zum Thema:
Eröffnet wird der Wasser- und Naturschutztag am 16. September um 9.30 Uhr im Wasserwerk in den Slamener Kuthen. Zwischen dem zweiten und dritten Fachvortrag soll in der Pause gegen 11.15 Uhr mit den Preisträgern des Mal- und Foto-Wettbewerbes "Blühende Wiesen" der Baum des Jahres, eine Gemeine Fichte, gepflanzt werden. Mitglieder des Imkervereins 1862 Spremberg erläutern die Lehrimkerei gegenüber der Naturschutzstation. Führungen durchs Wasserwerk und zum Fledermaus-Winterquartier werden angeboten.