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Die Bloischdorfer Kirche wird mit Landeshilfe saniert

Für die Sanierung der Dorfkirche Bloischdorf kommen Fördermittel. Sie gilt als eine der ältesten Kirchen der Region.
Für die Sanierung der Dorfkirche Bloischdorf kommen Fördermittel. Sie gilt als eine der ältesten Kirchen der Region. FOTO: Annet Igel-Allzeit
Bloischdorf. Die Bloischdorfer Dorfkirche St. Joseph in der Gemeinde Felixsee gehört zu den ältesten Kirchen der Region. Annett Igel-Allzeit

Damit sie weitere Jahrzehnte überdauert, muss sie saniert werden. Die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Martina Münch (SPD), wird heute Nachmittag in Bloischdorf einen Denkmalförder-Zuwendungsbescheid überreichen.

In jedem Jahr am 6. Januar sorgt die Kirche mit dem Segensgottesdienst der Sternsinger für Aufsehen und schöne Fotos. Bereits Ende des 13. Jahrhunderts soll die Kirche auf der kleinen Anhöhe errichtet worden sein. Der Ziegel- und Feldsteinbau ist mit Raseneisensteinschlacke versetzt. Die wechselvolle Geschichte der Kirche wird derzeit auch im Niederlausitzer Heidemuseum in der Sonderausstellung zu 500 Jahren Reformation und ihren Auswirkungen auf die Region erzählt. Es wunderte die Historiker nämlich schon, dass die Bloischdorfer Kirche in der Niederlausitz, die durch die Reformation evangelisch beziehungsweise protestantisch wurde, Eigentum der katholischen Kirche ist und als Wallfahrts- und Pilgerort zur St. Benno-Gemeinde Spremberg gehört. Nach dem Tod des Herzogs Georg zu Sachsen, Verfechter des katholischen Glaubens, am 17. April 1539, konnte sich unter seinem Bruder Heinrich der Fromme die Reformation im Fürstentum Sagan, zu dem Bloischdorf damals gehörte, entwickeln. Und auch als 1628 die Zeit der Gegenreformation begann und Protestanten das Gefängnis drohte, wenn sie nicht wieder zum katholischen Glauben wechselten, lag die Hand der Augusta Sophia, Prinzessin aus dem Hause Sulzbach schützend über Sagan einschließlich Bloischdorf. Erst nach ihrem Tod 1668 wurden in 18 Tagen 37 evangelische Kirchen im Fürstentum Sagan wieder katholisch. Und auch der Bloischdorfer Prediger Siegismund Friesinck, so schildert es die Ausstellung im Heidemuseum, musste fliehen. Graf Callenberg in Muskau nahm ihn und weitere vertriebene protestantische Prediger auf. Während der Kirchenschlüssel wieder katholisch wurde, blieben viele Bloischdorfer evangelisch und gingen sonntags in die Reuthener Kirche und - nach deren Verfall - nach Graustein.

Der Zuwendungsbescheid wird Freitag um 14 Uhr übergeben. Und am 25. Mai, zu Christi Himmelfahrt, sind alle ab 10 Uhr zum Familientag und zur Eucharistiefeier mit dem Dresdener Bischof Joachim Reinelt. Wie die Spremberger Architektin Marie-Luise Obst mitteilt, soll der Ministerin der Schaden der Kirche heute in einer kleinen Präsentation gezeigt werden.