ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:46 Uhr

Neuer Stromspeicher
Die Big-Battery Lausitz nimmt Gestalt an

 Ein riesiger Stromspeicher entsteht bis zum Jahr 2020 am Standort des Leag-Braunkohlekraftwerkes Schwarze Pumpe.
Ein riesiger Stromspeicher entsteht bis zum Jahr 2020 am Standort des Leag-Braunkohlekraftwerkes Schwarze Pumpe. FOTO: ZB / Christian Budschigk
Schwarze Pumpe. In der Lausitz entsteht Europas größter Stromspeicher. Bauherr ist der Energiekonzern Leag. Der hat die Einwohner von Schwarze Pumpe nun in das Projekt vor der Haustür eingeweiht und Details zum Rekord-Stromspeicher erläutert. Was kommt auf die Menschen zu? Von Christian Taubert

Was Oliver Stenzel in der Vorwoche den Mitgliedern des Ortsbeirates Schwarze Pumpe versicherte, war unmissverständlich. „Die Leag sieht Schwarze Pumpe als Zukunftsstandort“, sagte der Leiter des Kraftwerkes Schwarze Pumpe, eines Lausitzer Braunkohlekraftwerkes, auf die Frage eines Einwohners. Der Kraftwerkschef bezog seine Aussage auf das im Dezember von der Leag angekündigte Mega-Projekt zur Stromspeicherung. Die „Big-Battery Lausitz“ mit 50 Megawatt ist für Stenzel ein Startschuss auf der Suche des Energiekonzerns nach neuen Geschäftsfeldern. Im Mai ist der erste Spatenstich für das Vorhaben geplant, ein Jahr später soll der Stromspeicher verfügbar sein.

Jetzt aber, da die Planungen für den größten Batterie-Speicher Europas laufen und die Baugenehmigung vorbereitet wird, erfahren Ortsbeiratsvertreter und Bürger mehr über das Mega-Projekt vor ihrer Haustür. Denn die Big-Battery auf einer Fläche von 110 mal 53 Metern soll unmittelbar neben dem westlichen Kühlturm des Kraftwerkes mit den zwei 800-MW-Turbinen entstehen. Nach mehr Details hatte übrigens auch RUNDSCHAU-Leser Klaus Dinter aus Cottbus per E-Mail gefragt – in der von Bergleuten reichen Lausitz kein Wunder. Der Leag-Verantwortliche für Modernisierung und Effektivitätssteigerung, Dr. Gunnar Löhning, erläuterte, dass 13 Überseecontainer zu einer auf der Lithium-Ionen-Technologie basierenden Riesenbatterie zusammengeschlossen werden.

„Die Leag sieht Schwarze Pumpe als Zukunftsstandort.“

Oliver Stenzel

Leiter des Kraftwerkes Schwarze Pumpe

Zu den technischen Details gehört zudem, dass aufgrund der vermarktbaren Primärenergieleistung von 50 Megawatt genau jene 50 MW bei Bedarf eine halbe Stunde lang ins Stromnetz ein- oder ausgespeichert werden könnten. Da die „Big-Battery Lausitz“ Gleichstrom liefere, verdeutlicht Löhning den Anwesenden in Schwarze Pumpe, müsse über einen Wechselrichter letztlich Wechselstrom erzeugt werden. Der werde über den Block-Trafo ins Leag-eigene 110-KV-Netz und die Schaltanlagen eingespeist. „Ein Batterie-Management-System wird die Big-Battery überwachen“, fügt Gunnar Löhning hinzu. Das bereits bestehende Energie-Management-System regelt die Speicherung in der Batterie.

Für Betreiber von konventionellen Kraftwerken wie die Leag hat die Big-Battery den großen Vorteil, dass eher schwerfällig Kraftwerksblöcke bei viel Wind- und Sonnenenergie im Netz einen flinken Helfer an die Seite gestellt bekommen. Denn die Mega-Batterie kann die gesetzlich vorgeschriebene Vorfahrt der erneuerbaren Energien bei Anforderung durch die Bundesnetzagentur schneller realisieren. Leag-Kraftwerksvorstand Hubertus Altmann hatte es bei der Präsentation im Dezember auf den Punkt gebracht: „Mit diesem Stromspeicher können wir künftig auf die Sekunde genau auf Bedarfe der Netzbetreiber reagieren.“

Werden mit der Big-Battery neue Arbeitsplätze geschaffen, wo kommen die Batterien her und sind Firmen der Region einbezogen? Auf die Einwohnerfragen antwortet Kraftwerkschef Stenzel ohne Umschweife: Der Betrieb der 25 Millionen Euro teuren Riesenbatterie werde mit vorhandenen Mitarbeitern erfolgen. Batterien dieser Dimension würden bislang nur in Südkorea produziert, und das Hauptlos des Auftrages sei an das tschechische Energieunternehmen Egem mit Sitz in Budweis (Südböhmen) gegangen. Für Planung und Errichtung eines solchen Batteriespeichersystems aus einer Hand würde es in der Lausitz zurzeit kein Unternehmen geben, so Stenzel. Aber Egem habe eine Reihe von regionalen Firmen wie Cebra Cottbus, Emis Electrics Lübbenau, Hellmann Tiefbau Cottbus, Bauplanung Stefani Cottbus oder Büro C. Teuber Hoyerswerda mit Aufträgen betraut, womit die Lausitz kräftig am Batteriespeicher mit baue.