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| 15:16 Uhr

Spremberg
Sturm macht nicht vor Polizei halt

„Friedericke“ hat auch vor der Spremberger Polizeiwache nicht halt gemacht. Jörg Kraus, Leiter desPolizeireviers, schaut sich den Sturmschaden an.
„Friedericke“ hat auch vor der Spremberger Polizeiwache nicht halt gemacht. Jörg Kraus, Leiter desPolizeireviers, schaut sich den Sturmschaden an. FOTO: Annett Igel-Allzeit / LR
Spremberg. „Friederike“ hat den Zaun an der Spremberger Wache umgeworfen.

Spremberg hat im Gegensatz zu anderen Regionen Glück gehabt. Es gab am Donnerstag in einigen Bereichen Stromausfälle. Im oberen Teil der Bahnhofstraße hat Sturm „Friederike“ einen Baum entwurzelt. Die Feuerwehr rückte aus, um größere Äste von Straßen zu räumen.

Vor der Polizei jedoch machte „Friedricke“ nicht halt. Jörg Kraus, der Leiter des Spremberger Polizeireviers, staunte am Freitagmorgen nicht schlecht. Mehrere Zaunfelder an der Wache neben dem Radweg an der Kleinen Spree hatte der Sturm umgestoßen. „Zum Glück sind wir nachts immer noch besetzt, unbewacht war unser Objekt hier also nicht“, so Jörg Kraus. Er zeigt über die Kleine Spree: Über die Lücke zwischen den Baumwipfeln muss der Sturm gekommen sein. Der Stabmattenzaun, durch dessen grüne Stäbe man sonst auf den Hof der Wache schauen kann, hat hier über mehrere Felder einen Sichtschutz. „Genau  dieser Sichtschutz war die Angriffsfläche für Friederike“. Auch der Radweg wurde gesperrt.

Gleich am Morgen hat Jörg Kraus den Schaden gemeldet, in der Hoffnung, dass er schnell repariert wird. Wie Polizeisprecher Ralph Meier bestätigt, sei der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB), der sich um die Spremberger Wache kümmert, informiert. „Angesichts der Sturmschäden überall wird es schwer sein, eine Firma zu finden, die das sofort repariert“, so Meier.

Auch wenn „Friedrike“ unsanft mit der Polizei umging, mit der  Feuerwehr meinte sie es besser. Wäre sie nur einen Tag später, also am Freitag, angestürmt gekommen, hätte sie die Reihen der Jahreshauptversammlung der Spremberger Feuerwehr gelichtet. 228 Einsätze hatten die Feuerwehrleute der Stadt und der Ortsteile im Jahr 2017. Dabei war der Anteil an an technischen Hilfeleistungen diesmal mit 141 Einsätzen besonders groß. Dazu gehören neben Verkehrsunfällen auch die Einsätze bei heftigen Regenfällen und Stürmen. Im Jahr 2016 waren 85 technische Hilfeleistungen nötig gewesen. Mit 73 waren es 2017 zwei Brände mehr als 2016. Und die Notfalleinsätze, um Türen zu öffnen, Menschen aus ihren Wohnungen zu tragen, haben sich im Vorjahr um drei auf 14 Einsätze verringert.

Wie Frank Kulik, der stellvertretende Bürgermeister, erklärt, gab es 2017 zudem 24 Alarmierungen, wo vor Ort klar wurde, dass doch kein Einsatz erforderlich ist. „Das ist nicht schlimm. Wir fahren lieber einmal öfter.“ Aber wenn der Ast nur so dick ist – Kulik zeigte einen Durchmesser von zehn Zentimetern – könne man den auch mal selbst vom Weg ziehen. „Werden sie gerufen, lassen die Kameraden sofort alles stehen und liegen.“