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Der Marsmensch verspeist Plinse

Fünf Tage brauchten die Schülerinnen des Gymnasiums, bis das Marsmensch-Modell samt der Plinse fertig war: Sabrina Gertz, Lara Antonia Tietz, Hanna Schulz und Alexandra Gafke (von links) mit dem Leiter der Filmschule, Andreas Köfer.
Fünf Tage brauchten die Schülerinnen des Gymnasiums, bis das Marsmensch-Modell samt der Plinse fertig war: Sabrina Gertz, Lara Antonia Tietz, Hanna Schulz und Alexandra Gafke (von links) mit dem Leiter der Filmschule, Andreas Köfer. FOTO: wr
Spremberg. Ein Marsmensch landet im Jahr 2076 mit seinem intergalaktischen Elektrobus im Welzower See: Da die Weltpolitik derzeit ohnehin verrückt spielt, erscheint selbst dieses Szenario gar nicht mehr so abwegig. Eine Science-Fiction-Kulisse entsteht in einem früheren Haushaltswarengeschäft in der Spremberger Innenstadt, gestaltet von Schülern und den Organisatoren der Filmschule und der Lausitziale, und die Besucher des Heimatfestes können diese Zukunftsvision am Wochenende erleben. René Wappler

Wie im Raumschiff Enterprise flackern die Lichter entlang der kleinen Küchenzeile. Darüber hängt ein Flachbildschirm, auf dem Nachrichten des Jahres 2076 aus Spremberg und Umgebung erscheinen. Ins Ostereiermuseum zu Sabrodt hat die Bürgermeisterin demnach den Gast vom Mars eingeladen, wo er traditionelle Hefeplinse probiert. Diese Spezialität wurde zum "intergalaktischen Weltkulturerbe" nominiert: So verkünden es jedenfalls die Nachrichten aus der Zukunft.

Mögen Romane und Filme auch gern den "Krieg der Welten" ausrufen, sobald sich Marsbewohner auf den Weg zur Erde begeben - nach Spremberg kommen sie in diesem Fall wirklich in friedlicher Absicht. So lautet die Idee hinter der Installation im einstigen Geschäft an der Langen Straße, das die Veranstalter gerade für das Heimatfest schmücken. Denn mit dem Fest beginnt die Schaufenster-Aktion "Gemeinsam für Spremberg - lebendige Innenstadt". Nach Angaben der Pressestelle des Wirtschaftsförderers ASG werden dazu im Stadtzentrum mehrere Schaufenster in leerstehenden Geschäften gestaltet. Die Aktion dient als Auftakt für den Ideenwettbewerb zur Belebung der Innenstadt.

Wie Sandra Krautz von der ASG berichtet, präsentieren die Schaufenster darüber hinaus Motive zum Arbeiten in Spremberg, Informationen zu den Vereinen und Ortsteilen der Stadt und Hinweise zu Freizeit, Natur und Tourismus. Ein weiteres Geschäft in der Langen Straße stellt historisches Spielzeug vor.

Mehrere Vereine und Firmen unterstützen auch die Filmdekoration in Nachbarschaft des Postgebäudes. Als "historische Küche mit futuristischen Akzenten" beschreibt Holger Fahrland vom Spremberger Filmfest namens Lausitziale die Installation im Erdgeschoss. Da steht eine Frau in Tracht am Herd und bereitet Plinse zu, während der Marsmensch am gedeckten Tisch auf die Mahlzeit wartet. So wie dieser Raum würde auch der Drehort für einen Science-Fiction-Film aussehen, samt Kamera, Scheinwerfern und Stativ.

Holger Fahrland erläutert: "Wir nehmen inhaltlich weniger Bezug auf das Heimatfest als auf die bevorstehenden Umbrüche in unserer Region."

Dabei lassen die Teilnehmer des Projekts, zu denen Schüler des Erwin-Strittmatter-Gymnasiums zählen, ihre Fantasie spielen: So halten sie es für möglich, dass Spremberg im Jahr 2076 den größten unterirdischen Speicher für Elektroenergie beherbergt - und dass im Industriepark Schwarze Pumpe ein Brennstoffzellenkraftwerk arbeitet.

Manche Besucher des Heimatfestes mögen das alles für blanke Spinnerei halten. Doch vor einem Monat hätte ebenfalls niemand daran gedacht, dass der Lausitzring bald als größte Teststrecke für autonomes Fahren gelten wird: Die Zukunft, so scheint es dieser Tage, ist allhier.

Zum Thema:
Die Lausitziale gastiert am Sonnabend, 23. September, im Spremberger Schloss. Unter dme Titel "Lust und Laster - Sexualität im vergangenen Jahrhundert" kündigen die Veranstalter spannende Filme und eine Ausstellung mit Gemälden des Künstlers Frank Otto Sperlich an. Das Cottbuser Festival des Osteuropäischen Films gastiert wiederum am 7. Oktober in Spremberg. Der Ball "Die entfesselte Kamera" wird am 2. Dezember mit Filmen, Musik und Tanz im Bergschlösschen stattfinden. Mehr Details zum Programm bietet die Internetadresse www.lausitziale.de