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Der lange Weg zum ersten Badegast

Letzte Arbeiten im Kinderbecken des Freibads Kochsagrund konnten nach dem Regen der letzten Tage wieder aufgenommen werden.
Letzte Arbeiten im Kinderbecken des Freibads Kochsagrund konnten nach dem Regen der letzten Tage wieder aufgenommen werden. FOTO: ssr
Spremberg. Am 23. Mai geht sie los, die Freibadsaison in Spremberg. Anderthalb Monate vorher wurde dafür mit den Vorbereitungen begonnen. Dafür wird das Freibad nicht nur gereinigt, sondern auch ein paar Mal offiziell überprüft. Sven Scheffler

Beständig plätschert der Regen auf den leeren Parkplatz und unterbricht als einziger die Ruhe im und um das Freibad Kochsagrund. Denn vor der Saison liegen sie ruhig und unberührt da: Wiesen, Schwimmbecken und Rutsche. In etwas weniger als einem Monat sollen sich hier die ersten Badegäste tummeln. Damit das möglich ist, sind drei Männer hier seit einem Monat am Werkeln, einer von ihnen ist Schwimmmeister Eckhard Eichler. "Beim Wetter in dieser Woche kommen wir allerdings nur langsam voran", sagt er und schaut aus dem Fenster in den Regen. Morgen wird es besser, und es kann weiter gehen.

Seit Anfang April machen seine Kollegen und er das Freibad wieder fit für die Saison. Doch bis dahin ist es in jedem Frühjahr ein langer Weg. In diesem Jahr hat der milde Winter etwas Arbeit erspart. "Sonst gibt es immer einige Frostschäden mehr, aber in diesem Jahr geht es, und wir hatten nur ein paar Bruchstellen", sagt Eichler. Die Bruchstellen werden von einer Fliesenfirma beseitigt.

Doch das sind die kleinsten Arbeiten. Bevor die Männer ans Werk gehen konnten, musste das Bad erstmal von zehn Tonnen Laub befreit werden. Dabei wurden sie von der Stadtbrigade unterstützt. Parallel ging es daran, die ganzen Anlagen wieder in Betrieb zu nehmen. "Die Wasserleitungssysteme werden am Ende der Saison trocken gelegt. Im Winter nehmen wir sie dann ein bis zwei Mal im Monat ohne Wasser kurz in Betrieb", sagt Eckhard Eichler. So soll das Ansetzen von Rost verhindert werden. Neben den Wasserleitungen müssen auch die Toiletten wieder freigemacht, der Strom angestellt und etliche Prüfungen durchgeführt werden. "Der TüV kommt in zwei Wochen und wird sich das Bad noch mal anschauen", sagt Eichler. Die Wasserrutsche und der Spielplatz wurden bereits überprüft. Wenn alles fertig ist, kommt noch einmal das Gesundheitsamt zur Prüfung der Hygiene und der Wasserqualität. "Eine Woche dauert es ungefähr, bis das Becken wieder mit 3000 Kubikmeter Wasser vollgelaufen ist", sagt Eckhard Eichler.

Doch auch neben den Schwimmanlagen haben der Winter und die lange Schließzeit Spuren hinterlassen. Am Fußballfeld haben nächtliche Besucher die Tore verbogen und auch Stühle und Bänke mussten wieder an ihren Platz. Zu dem haben Maulwürfe den Wiesen zugesetzt. "Wir mussten die Hügel entfernen und vor allem die Hohlräume wieder schließen", erklärt Eckhard Eichler. In drei Arbeitseinsätzen haben die Wasserballer des SC Spremberg 1896 dabei geholfen, die Anlagen wieder fit zu machen. "Das handhaben wir seit Jahren so und sind immer froh über die Hilfe der Sportler", sagt Eichler. In den kommenden Tagen muss nur noch das Plantschbecken gereinigt werden. Das läuft so, wie bei dem großen Becken auch. Nachdem der Dreck entfernt wurde, werden die Fliesen mit der Poliermaschine eingeseift und danach mit dem Hochdruckreiniger abgespritzt.

Am 23. Mai kann geöffnet werden. "Wir machen dann in jedem Fall auf. Wenn das Wetter mitspielt, wird das Bad sich sicher zum Auftakt auch gut füllen", sagt Eckhard Eichler.

Einige Termine stehen in diesem Jahr bereits an, wie der Triathlon am 7. Juni und das 24-Stunden-Schwimmen am 21. Juni. Nur Partys werden hier nicht mehr gefeiert, wie Eckhard Eichler bedauert: "Früher gab es einmal im Jahr eine Poolparty. Doch es gibt nur noch Genehmigung für Freiluftveranstaltungen bis ein oder zwei Uhr nachts, außerdem gab es Beschwerden wegen Ruhestörungen."

Zum Thema:
Das Freibad Kochsagrund hat in der Vorsaison ab dem 23. Mai jeweils von elf bis 19 Uhr geöffnet, ab dem 13. Juni dann von neun bis 20 Uhr. In der Nebensaison vom 31. August bis 13. September ist von zehn bis 19 Uhr geöffnet. Einschränkungen aufgrund des Wetters sind möglich.