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Der Hornower Trafo-Turm wird ein Fledermausquartier

95 Jahre alt ist der Trafo-Turm im Spremberger Ortsteil Hornow – und er darf ruhig noch älter werden.
95 Jahre alt ist der Trafo-Turm im Spremberger Ortsteil Hornow – und er darf ruhig noch älter werden. FOTO: Annett Igel-Allzeit
Hornow. In den vergangenen zwei Jahren hat die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH zwischen Bohsdorf Vorwerk und Hornow den größten Teil der Freileitungen durch Erdkabel ersetzen können. Den alten Trafostations-Turm, in dem die Netzspannung von 20 000 Volt aus dem Mittelspannungsnetz in die haushaltsüblichen 400/230 Volt Niederspannung umgewandelt wurde, braucht die Mitnetz nun nicht mehr. Annett Igel-Allzeit

Eine neue Station nur wenige Meter entfernt an derselben Wiese ersetzt den Trafo-Turm. Aber mit seinen mehr als acht Metern prägt er Hornower Ortsbild und ist nicht wegzudenken. Im Jahr 1922 soll er gebaut und in Betrieb gegangen sein. Und da die Mitnetz ihn in seiner letzten aktiven Zeit auch gut gepflegt hat, das Dach noch in gutem Zustand ist, wollte ihn die Mitnetz nicht einfach abreißen. Peter Kempe, Leiter für Anlagenmanagement in der Mitnetz-Region Brandenburg, hat den Schlüssel nun an die Naturfreunde abgegeben. "Wir arbeiten mit dem Nabu-Regionalverband Spremberg sehr gut zusammen. Der Turm in Hornow ist bereits die dritte Trafostation, die wir für einen symbolischen Betrag zur Nachnutzung für den Vogel- und Fledermaus-Schutz verkaufen", so Kempe.

Die Naturschützer können den Turm nun in ein Vogelhotel umbauen - zum Beispiel für Mauersegler, Mehlschwalben oder Eulen. Im Innern, so der Nabu-Regionalverbandsvorsitzende Wieland Böttger, bietet sich der Turm zudem als Sommerquartier für Fledermäuse an und für die nicht so kälteempfindlichen Arten vielleicht sogar als Winterquartier.

Dass sich Fledermäusen in Hornow recht wohlfühlen, wissen die Naturfreunde von Einwohnern. "Unterm Dach im Schloss gibt es ein Fledermausvorkommen", so Böttger. Um welche Arten es sich dabei handelt, will er noch mit Fledermausspezialisten herausfinden. "Der Teich und die Parklandschaft mit den vielen alten Bäumen hier in Hornow scheinen den Fledermäusen zu gefallen", sagt Wieland Böttger. Der Nabu-Regionalverband wird sich jetzt darum kümmern, dass der Turm fledermausgerecht mit Schalungen, Hohlsteinen und Sauerkrautplatten möbliert.

Die Mitnetz hat ihn samt Transformator leergezogen. Von Juli 2015 bis Mai 2017 demontierte der Netzbetreiber 1410 Meter Mittelspannungsfreileitungen zwischen Bohsdorf Vorwerk und Hornow, und 4300 Meter Mittelspannungs- und 5200 Meter Niederspannungskabel wurde neu verlegt. Zwei Trafoanschlüsse und zehn Hausanschlüsse wurden erneuert, zwei Ortsnetzstationen als Kompaktstation errichtet. 950 000 Euro hat die Mitnetz ins neue Stromnetz investiert.