Mit einem Messgerät ist die EMV Umwelt Consult GmbH in dieser Woche durch Wolfshain gezogen. Das Telekommunikationsunternehmen Telefónica O{-2} Germany, das im vergangenen Herbst die Einwohner mit einem neuen Mobilfunkmast in der Dorfmitte überrascht hatte, beauftragte die Potsdamer Spezialfirma damit, die elektromagnetische Verträglichkeit zu messen. "Wir waren auf dem Spielplatz der Kita, im Schlafraum der Kinder, vor einem Wohnhaus in der Friedhofstraße, in einem Haus in der Mühlbergstraße, am Anfang der Siedlungsstraße und an der Dorfaue", zählt Gemeindevertreter Ekkart Herold(Freie Wähler) auf. Dass die Werte schon in der nächsten Tschernitzer Gemeindevertretersitzung am 4. Juni ausgewertet werden können, ist unwahrscheinlich. In vier Wochen erst, so Ekkart Herold, sollen sie vorliegen. Aber die Antwort des Petitionsausschusses auf die Wolfshainer Petitionen vom 4. und 8. Dezember ist schon eingetroffen. Sie enttäuscht. Dass für den Bau des Funkmastes, den die Gemeinde zweimal abgelehnt hatte (die RUNDSCHAU berichtete), die Bauaufsicht des Landkreises Spree-Neiße das gemeindliche Einvernehmen ersetzt, sei die Pflicht der Behörde gewesen, erklärt Thomas Domres. Alle Stellungnahmen zum Bauvorhaben seien positiv ausgefallen. In der Standortbescheinigung der Bundesnetzagentur werde dem Vorhaben "die Unbedenklichkeit hinsichtlich der Strahlenbelastung und möglicher Gesundheitsbeeinträchtigungen" bescheinigt. Auch dass die Gemeinde eine Wertminderung der Grundstücke befürchtet, lässt der Ausschuss nicht gelten. Und die Abweichung vom geplanten Standort um 21 beziehungsweise vier Zentimeter sei von der unteren Bauaufsichtsbehörde anerkannt worden. Weil die Gemeinde keine Rechtsmittel gegen die Baugenehmigung eingelegt hatte, habe sie längst Bestandskraft. Eine Verpflichtungserklärung der Mobilfunkbetreiber, einen Mindestabstand zur Kita einzuhalten, ist laut Domres von Landrat Dieter Friese (SPD) nicht als Inhalt des Bauantrages bestätigt worden. In einer Stellungnahme habe Friese aber darauf hingewiesen, dass laut Standortbescheinigung der Bundesnetzagentur außerhalb von 16 Metern die Grenzwerte eingehalten werden. Wie Ekkart Herold versichert, wolle der Ortsbeirat die ausführliche Antwort des Petitionsausschusses an alle Haushalte verteilen. "Wie wir weiter vorgehen, müssen wir erst besprechen. Für mich ist es ein herber Schlag gegen die Demokratie, dass der Landkreis etwas durchsetzt, was eine Gemeinde abgelehnt hat."