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Spremberg
Frank Würtz hat Spremberg bewegt

Turm Apotheker Frank Würtz, Umfrage Tag der Einheit  Landwirt Karl-Heinz Freitag hat in Lübbinchen die gleichen Probleme mit den Milchpreisen wie sein Bruder in Baden-Württemberg. Foto: FOTO-Werner  Für Klaus-Dieter Peters steckt die deutsche Einheit immer noch in Kinderschuhen. Foto: Martina Arlt  Frank Würtz ist aus dem Saarland in den Osten gekommen und nennt Spremberg inzwischen seine zweite Heimat. Foto: Annett Igel
Turm Apotheker Frank Würtz, Umfrage Tag der Einheit Landwirt Karl-Heinz Freitag hat in Lübbinchen die gleichen Probleme mit den Milchpreisen wie sein Bruder in Baden-Württemberg. Foto: FOTO-Werner Für Klaus-Dieter Peters steckt die deutsche Einheit immer noch in Kinderschuhen. Foto: Martina Arlt Frank Würtz ist aus dem Saarland in den Osten gekommen und nennt Spremberg inzwischen seine zweite Heimat. Foto: Annett Igel FOTO: Annett Igel
Spremberg. Der einstige Turmapotheker ist am Dienstag im Alter von 74 Jahren in seiner saarländischen Heimat verstorben.

Frank Würtz ist vielen Sprembergern noch bekannt als rühriger Turmapother und Stadtverordneter, Am Dienstag verstarb er im Alter von 74 Jahren. Darüber informierte Dirk Süßmilch, der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Spremberg.

Seit 2013 lebte Frank Würtz zwar wieder in seiner Heimat im Saarland, er hat aber in Spremberg versucht, viel zu bewegen. Er kam 1997 als Pharmazierat und gestandener SPD-Mann nach Spremberg, um die Turmapotheke zu eröffnen. Als Vorsitzender der jungen saarländischen Sozialisten, die Ende der 60er-Jahre mit der Freien Deutschen Jugend zusammenarbeiten wollten, und durch Verwandte in Berlin, Dresden und Nordhausen kannte er die DDR. Als er nach der politischen Wende Sozialdemokraten in Cottbus und Großräschen im Wahlkampf half, traf der Witwer hier seine zweite Frau.

Schnell brachte er sich in die Entwicklung von Spremberg ein und wurde in die Stadtverordnetenversammlung gewählt. Er versuchte unterm Motto „Es ist Feiertag und keiner feiert“ den Tag der Einheit am 3. Oktober zu einem Fest zu entwickeln. Er leitete die Landesgartenschau-Arbeitsgruppe, Vorgängerin des Laga-Fördervereins, und wurde nach Gründung des Laga-Vereins 2008 stellvertretender Vereinsvorsitzender. Nach dem Umzug der Kreisbibliothek ins Schloss wollte er die Sinapius-Villa für Spremberger und Kunstfreunde mit der Kunstsammlung der Familie Pachen aus Rheinland-Pfalz retten. Nachdem 31 Gemälde und fünf Skulpturen mehr als drei Jahre auf dem Dachboden des Rathauses gelegen hatten, schickte Würtz das Schenkungsangebot im Mai 2008 traurig zurück nach Rockenhausen.

Pech hatte Frank Würtz auch mit der Turmapotheke. Nachdem er sie kurz vor der Rente einem neuen Inhaber vermacht hatte, arbeitete er dort weiter als Filialleiter, bis der Inhaber ihn kündigte. Würtz protestierte, indem er sich vor die Apotheke legte. Nach einem Neustart als Apotheker in Cottbus übernahm er 2013 eine Apotheke im saarländischen Quierschied.

Auch Vater des Spremberger Volkstriathlons war Frank Würtz.