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| 18:23 Uhr

Erinnerung an die Vorzüge des Bergbaus in der Lausitz
Terpe weiht am Männertag Bergbaudenkmal ein

 Letzte Vorbereitungsarbeiten am Bergbaudenkmal an der Kreuzung nahe dem Vereinsdomizils des Heimatvereins. Lothar Hopka und Ortsvorsteher Dieter Freißler werden am Donnerstag den Findling einweihen.
Letzte Vorbereitungsarbeiten am Bergbaudenkmal an der Kreuzung nahe dem Vereinsdomizils des Heimatvereins. Lothar Hopka und Ortsvorsteher Dieter Freißler werden am Donnerstag den Findling einweihen. FOTO: Detlef Bogott
Terpe. Die Arbeit der Bergleute allgemein und speziell die der „Braunköhler“ soll gewürdigt werden.

Den Bergleuten will man am Männertag in Terpe ein Denkmal setzen. Dieser Bergarbeiterstein wird ein Findling sein, den der ehemalige Ortsvereinsvorsitzende Jörg Pistrosch vor etwa 25 Jahren aus dem Tagebau Welzow-Süd orderte. Ganz besonders soll der Stein an die Bergleute der nahegelegenen Grube Gustav Adolph erinnern, die sich nordöstlich zwischen Terpe und Spremberg befand. Noch heute erinnern die Terpschen Brüche an diesen Tagebau. Claus-Peter Linke wird um 11.30 Uhr haben dem Gedenkstein eine Flatterulme, den Baum des Jahres pflanzen. Um 12  Uhr wird die Tafel von Mitgliedern der Heimatvereins Terpe angebracht.

Als man vor 170 Jahren in der Gemarkung Terpe in Mahlings Kiesgrube Braunkohle fand, entstand eine bis dahin nie dagewesene Aufbruchstimmung. Bei den Bauern, Siedlern, Mägden und Knechten keimte die Hoffnung nach einem besseren Leben in der von Landwirtschaft geprägten Niederlausitz.  Im Pfeilerbruchabbau wurde später die Kohle unter schwierigen Bedingungen ans Tageslicht gefördert. Als letztes Relikt zeugten davon die Schienen der Kohlebahn, die sich durch die ehemaligen Dörfer und der Stadt Spremberg schlingelten.

Die Spremberger Stadtbahn unterschied sich damals in drei betriebstechnischen Varianten – einer normalspurigen Bahn vom Stadtbahnhof zum Haupt-Bahnhof, einer meterspurigen Bahn zu den einzelnen Betrieben in der Stadt sowie einer meterspurigen Bahn zu den Kohlegruben parallel zum Heinrichsfelder Weg, wo nach etwa 2,4 Kilometern die Grube Anna erreicht wurde. Danach teilte sich die Strecke nach Norden zur Grube Consul und südöstlich nach Terpe zur Grube Gustav Adolph. Etwas später erfolgte eine Verlängerung von der Grube Consul auf etwa 7,5 Kilometer zur Grube Clara bei Proschim – Haidemühl. Die Bahn fuhr ebenso von Haidemühl nach Spremberg.

Nach dem Rückbau der Westbahn nach 1945 im Rahmen der Reparationsleistungen wurde die Kohlenbahn auch zum Transport von Fahrgästen genutzt. Sie fuhr etwa bis 1948. Im Jahr 1952 wurde der behelfsmäßige Personenverkehr und 1953 der Kohletransport auf der Strecke eingestellt. Die technologische Entwicklung des Abbaus sowie die industrielle Nutzung der Lausitzer Braunkohle brachten Wohlstand für die Menschen in dieser Region. Daran soll der Stein erinnern.

(dbo)