Von Annett Igel-Allzeit

Die Stadtverordnete Christina Schönherr (Vereinte Wählergruppen Spremberg) ist ehrlich: „Gefallen hat mir das neue Denkmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft nie.“ Aber sie erinnert daran, dass die Abgeordneten einst erst über ein neues Denkmal für weitere Opfergruppen nachdenken mussten, nachdem die Untere Denkmalbehörde 2005 eine Erweiterung der Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus und Militarismus abgelehnt hatte. Dass nun, wo das 80 000 Euro teure Denkmal zehn Jahre steht, das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum den Landschaftsarchitekten Recht gibt, die im „Denkmalpflegerischen Gesamtkonzept für das Denkmalensemble Georgenberg“ den Abriss des Denkmals empfehlen, verwundere. Sie sieht die Stadtverordneten als Spielball der Behörden.

Gerd Schmiedel versichert, dass das Denkmal von der Unteren Denkmalbehörde genehmigt war. „Die Erlaubnis erteilt stets die Untere Denkmalbehörde“, sagt er. In der Regel passiere das im Einvernehmen oder Benehmen mit der übergeordneten Behörde. Ob das Landesamt schon damals anderer Auffassung war, wisse er nicht.

Laut Bürgermeisterin Christine Herntier beschäftigt sich vorerst eine Arbeitsgruppe mit dem Gesamtkonzept und der Rückbau-Empfehlung. „Die Gruppe wird sich mit der Unteren Denkmalbehörde zusammensetzen“, sagt sie. Der Weskower Frank-Dietmar Richard schrieb zum Artikel „Das jüngste Denkmal stört“ (erschienen am 21. Februar): „Dieses Denkmal gehört entsorgt. Es ist Spielplatz, nicht Ehrenmal. Ich habe erlebt, dass junge Mütter ihre Kinder dort über die Rutsche fahren lassen.“ Für Richard ist das Gedenken an russische und deutsche Soldaten auf dem Georgenberg wichtig: „Auch mein Großvater musste so sein Leben lassen.“

Ansinnen vor einem Jahrzehnt war, mit dem Denkmal auch der Opfer in der Zivilbevölkerung, des Stalinismus und Nationalsozialismus und der Gefallenen beider Weltkriege zu gedenken. Das ermöglichen die vier Wege zum Portal.