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| 18:50 Uhr

Dietmar Woidke in Spremberg
Debatte in kleiner Runde

P2 Dietmar Woidke: Der Ministerpräsident war Teilnehmer der Debatierrune am Spremberger Gymnasium.
P2 Dietmar Woidke: Der Ministerpräsident war Teilnehmer der Debatierrune am Spremberger Gymnasium. FOTO: Anja Guhlan
Spremberg. Dietmar Woidke besucht Gymnasium in Spremberg und wird Teil der Diskussionskultur.

Beim Besuch im Erwin-Strttmatter-Gymnasiusm muss sich Ministerpräsident Dietmar Woidke am Montag diskussionsfreudigen Elftklässlern stellen. Eine offizielle Debattierrunde nach den Wettbewerbsregeln von „Jugend debattiert“ dauert eigentlich genau 24 Minuten. „Heute verkürzen wir den Teil der freien Aussprache, der   eigentlich zwölf Minuten an Zeit vorgibt“, erklärt Matthias Dietz. Der Lehrer für Politische Bildung ist ein Verfechter der Lehrmethodik des Debattierens an der Schule. Das Gymnasium hat sich mit insgesamt drei Lehrern der Schule in das Programm „Jugend debattiert“ ins Schulnetz aufnehmen lassen. Nach eigenen Angaben ist es das größte privat finanzierte Projekt zur sprachlichen und politischen Bildung in Deutschland. Die Projektlehrer werden dafür besonders geschult.

Woidke zögert nicht und nimmt auf der „Pro“-Seite seinen Platz ein. Sollten Jugendliche schon ab 16 Jahren an den Bundestagswahlen teilnehmen dürfen? Der SPD-Politiker ist dafür. Im Land Brandenburg dürfen bereits 16-Jährige  an den Landtagswahlen teilnehmen. Bislang sind Bundestagswahlen den Erwachsenen ab 18 Jahren vorbehalten.

Die Gymnasiastin Eileen Kobus (16) wird dem Ministerpräsidenten am Pro-Tisch als Unterstützung zur Seite gestellt. Am Contra-Tisch nehmen Laura Domann (17) und Amy Kühn (16) ihren Platz ein. Die Pro-Seite beginnt: Eileen Kobus plädiert auf ein echtes Mitbestimmungsrecht, um so die Zukunft selbst mitzugestalten. Das Alter 16 hält sie für angebracht, da sie sich politisch interessiert und auch die nötige Reife besitzt. „Hätten Jugendliche ab 16 Jahren zur Bundestagswahl wählen können, wäre die AfD wahrscheinlich nicht drittstärkste Partei geworden“, meint sie. Laura und Amy sprechen sich gegen ein Wahlalter von 16 Jahren aus. Ihre Argumente: zu wenig politisches Basiswissen, kein Interesse an Politik, komplexe Zusammenhänge der politischen Arbeit seien noch nicht zu verstehen. Gerade Jugendliche würden zu Extrempositionen neigen. Woidke ist dafür, dass gerade junge Menschen stärker in die Politik eingebunden werden sollten: „Wenn junge Menschen zum Beispiel bei der Brexit-Wahl hätten entscheiden können, wäre das Ergebnis anders ausgefallen.“ Die Contra-Seite argumentiert plötzlich juristisch: Wenn das Wahlrecht auf 16 herabgesetzt wird, müssen junge Menschen auch uneingeschränkt geschäftsfähig sein. Woidke hält dieses Argument für falsch: „In der Demokratie gibt es keine Geschäftsfähigkeit.“ Demokratie braucht in seinen Augen junge Menschen, weil „genau diese Entscheidungen für die Zukunft treffen  sollten.“

Am Ende bleiben alle vier Teilnehmer bei ihren Standpunkten. Doch das Debattieren hat den politischen Austausch angeregt.

Die 16-jährige Eileen meint, dass sich der Ministerpräsident gut geschlagen hat. „Er hat öfters sehr gut seine Haltung  mit verschiedenen Argumenten unterstrichen.“ Auch Laura und Amy finden, dass er auch auf ihre Argumente gut eingegangen sei und gekontert habe. Die Erfahrung, einmal mit dem Ministerpräsidenten zu debattieren, fanden die Schülerinnen toll. Ziel der Schule ist es laut Lehrer Matthias Dietz, künftig auch an Debattier-Wettbewerben wie „Jugend debattiert“ teilzunehmen. Gute Debatten, so Dietz, seien eine Voraussetzung lebendiger Demokratie und eines gelingenden Zusammenlebens in einer vielfältigen Gesellschaft.

P2 Dietmar Woidke: Der Ministerpräsident war Teilnehmer der Debatierrune am Spremberger Gymnasium.
P2 Dietmar Woidke: Der Ministerpräsident war Teilnehmer der Debatierrune am Spremberger Gymnasium. FOTO: Anja Guhlan
(ang)