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| 19:26 Uhr

Spremberg
Schlamm bedroht Natur

An der Wilhelmsthaler Brücker in Cantdorf läuft die Bekalkungsnanlage.
An der Wilhelmsthaler Brücker in Cantdorf läuft die Bekalkungsnanlage. FOTO: Annett Igel-Allzeit / LR
Spremberg . Maßnahmen gegen Eisen wirken – aber die Vorsperre muss jährlich geräumt werden.

Die Vorsperre in Bühlow ist so voller Schlamm, dass sich das Eisenhydroxid kaum noch absetzen kann. Es bewegt sich in Richtung Stausee. Der ist aber seit  2004 Naturschutzgebiet. Eile ist geboten. So sieht es auch Kurt Augustin, verantwortlich für Bodenschutz und Wasser im brandenburgischen Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL). „Das Sedimentationsbecken II ist inzwischen geräumt“, versichert er. Der blaue Saugbagger schwimmt seit Anfang Dezember wieder auf der Vorsperre.  Bis zum April sollen 25 000 Kubikmeter Schlamm aus der Vorsperre in das Sedimentationsbecken II gespült werden. Damit werde sichergestellt, dass der Schlammrückhalt der Vorsperre wieder bei 50 Prozent liegt.

Durch die Bekalkung an der Wilhelmsthaler Brücke und die Flockungshilfsmittelzugabe an der Vorsperre Bühlow bleibt doppelt so viel Eisenfracht pro Jahr liegen als noch 2013. „Dass sich viel Eisenfracht absetzt, ist gewollt. Allerdings genügt es nicht mehr, die Vorsperre einmal in zehn Jahren zu räumen. Wir müssen jährlich ran“, so Augustin.

Eine regelmäßige Räumung fordert auch Dieter Perko (CDU) als Bürgermeister der Gemeinde Neuhausen/Spree und als derzeit amtierender Vorsitzender des Aktionsbündnisses Klare Spree: „Bei sämtlichen Veranstaltungen im Vorjahr – ob bei unseren Wasserfestspiele oder beim Landeslager der Jugendfeuerwehr – konnten wir uns über klares Wasser freuen. Es wäre schlimm, wenn sich die Qualität wieder verschlechtert.“

Laut Ministerium wurde eine umfangreiche Planungsunterlage erarbeitet, wonach eine kontinuierliche Entschlammung der Vorsperre voraussichtlich ab dem Jahr 2019 erfolgen kann. Entwässert werden soll der Schlamm  mit Geotubes. Der Schlamm wird in spezielle Säcke gepumpt und darin getrocknet, bis er stichfest ist. Dafür werden  die Sedimentationsbecken I und III bis 2019 geleert.

Während der Schlamm jetzt ins Sedimentationsbecken II fließt, läuft eine europaweite Ausschreibung für die Entwässerung der Schlämme durch Zentrifugentechnik. Sie soll bei einer zusätzlichen Beräumung der Vorsperre im zweiten Quartal dieses Jahres den Schlamm entwässern. Ausgeschrieben werde einschließlich der Entsorgung auf der Deponie, erklärt Kurt Augustin. Diese zusätzliche Räumung sei mit dem Landesamt für Umwelt und der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) abgestimmt.

Insgesamt hat das Vorstaubecken ein Absetzvolumen von 150 000 Kubikmetern: Die 25 000 Kubikmeter, die derzeit abgesaugt werden, entsprechen knapp 17 Prozent des Fassungsvermögens. 2015 waren 30 000 Kubikmeter Schlamm aus der Vorsperre gesaugt worden.