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Regionale Kultur
Konträre Bilder des Lausitzer Alltags

Aufbau der Ausstellung in der Bloischdorfer Museumsscheune: Rüdiger Damköhler und Jutta Böhm vom Museumsteam.
Aufbau der Ausstellung in der Bloischdorfer Museumsscheune: Rüdiger Damköhler und Jutta Böhm vom Museumsteam. FOTO: Arlt Martina
Bloischdorf. Museumsscheune Bloischdorf öffnet am 15. April eine Gastausstellung des Wendischen Museums Cottbus.

Eine Gastausstellung des Wendischen Museums aus Cottbus wird in diesen Tagen in der Bloischdorfer Museumsscheune aufgebaut. „Satkula oder die Wa(h)re Landschaft“ von Karl Vouk heißt die neue Präsentation. Das 25 Bildtafeln umfassende Kunstwerk konnte für das Wendische Museum angekauft werden und wird als eine Art Wanderausstellung in und außerhalb der Lausitz gezeigt.

Karl Vouk ist 1958 in Klagenfurt/Celovec geboren. Abitur machte er am Bundesgymnasium für Slowenen in Klagenfurt. Sein Studium der Architektur absolvierte er an der Technischen Universität und an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Seit 1983 ist er Mitglied des Kunstvereins Kärnten.

Die Tätigkeitsbereiche seines Schaffens umfassen Malerei, Objekte und Kunst im öffentlichen Raum. Seine Werke stellt er vorwiegend in Österreich und Slowenien, seit 2015 auch in der Lausitz in Deutschland aus. Der direkte Kontakt wurde 2011 geschaffen, als der Künstler erstmals die Lausitz bereiste. Seit 2013 beschäftigt sich Vouk mit dem Thema Natur.

In seinem künstlerischen Werk befasst sich Karl Vouk immer wieder mit politischen und zeitgeschichtlichen Problemen. Er bezieht sich in seinem Kunstschaffen beispielsweise auf Legenden, die dem Menschen als Richtlinien für das eigene Verhalten dienten –  lange bevor Gesetze niedergeschrieben wurden. Das Resultat seiner Lausitzreise 2011 sind nun die Bilder, Gegenüberstellungen von Textzitaten aus den Verfassungen des Landes Brandenburg, des Freistaates Sachsen beziehungsweise Jurij Brezans Krabat oder die Verwandlung der Welt einerseits. Dazu setzt er konträre Bilder des Lausitzer Alltags andererseits:  Einmal das Ideal, das den Schutz des deutsch-sorbischen Charakters des Siedlungsgebietes der sorbischen Volksgruppe verspricht, dort der Beschluss zur Abbaggerung eines Ortes.

Karl Vouk stellt die Frage nach der Gewichtung von Wertvorstellungen: Rechtfertigt die Verstromung der Kohlevorkommen die Gefährdung einer Kultur, nämlich jene der Lausitzer Sorben, deren Dörfer devastiert werden, um die Kohle fördern zu können. Dieser Bilderzyklus ist jeweils 70 mal 100 Zentimeter groß, gestaltet mit Fotopapier, aufgezogen auf Alu-Verbund-Platte. Sie zeigen Fotografien und Karten vom Istzustand der Lausitz, sei es von Tagebauen, Tagebaufolgelandschaften, vom Abriss bedrohter Ortschaften, Abbildungen von verschwundenen Denkmälern und Ereignissen.

Zur feierlichen Ausstellungseröffnung am 15. April um 15 Uhr wird auch die Kuratorin Christina Kliem vom Wendischen Museum Cottbus im Bloischdorfer Museum erwartet. Dann werden die Besucher in gewohnter Form vom Museumsteam mit Kaffee, Kuchen und Tee bewirtet. Diese Gastausstellung wird bis zum Dreikönigssingen im Januar 2019 in der Bloischdorfer Museumsscheune gezeigt.

Am 13. Mai wird dann zur Muttertagsveranstaltung „Die Posaune im Café“ nach Bloischdorf geladen.

(mat)