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| 15:49 Uhr

Rückkehrer-Initiative/Bildergalerie vom Spremberger Heimatfest
Das „Heeme Fehlste“-Sommerfest zieht 

 Insgesamt zehn Unternehmen und Institutionen präsentierten beim Sommerfest im Spremberger Bürgergarten. Im Laufe des Abends kamen dabei zahlreiche Gäste locker ins Rückkehrer-Gespräch.
Insgesamt zehn Unternehmen und Institutionen präsentierten beim Sommerfest im Spremberger Bürgergarten. Im Laufe des Abends kamen dabei zahlreiche Gäste locker ins Rückkehrer-Gespräch. FOTO: LR / Marcel Laggai
Eine Rückkehrer-Initiative zieht alle Register, um weggezogene Lausitzer zurück in die alte Heimat zu locken. Von Marcel Laggai

Was im vergangenen Jahr als Premiere zunächst im kleinen Rahmen begann, präsentiert sich in diesem Jahr als gewachsene Veranstaltung im Rahmen des Spremberger Heimatfestes: das „Heeme Fehlste“-Sommerfest im Bürgergarten. Die Rückkehrer-Initiative will die Weggezogene wieder zurück in die alte Heimat locken. Zahlreiche Leute haben sich am Freitag über die Themen Wohnen und Leben, Schule, Jobs, Kinderbetreuung, Ausbildung, Kultur und Sport informiert.

Jakob Handrick, der sich im vergangenen Jahr noch über die Angebote und Kontakte der Initiative erkundigte, ist in diesem Jahr selbst Teil der Crew und organisierte das Fest mit.

 Jakob Handrick ist Rückkehrer.
Jakob Handrick ist Rückkehrer. FOTO: privat
 Jakob Handrick ist Rückkehrer.
Jakob Handrick ist Rückkehrer. FOTO: privat

„Da ich für die Ausbildung wegging und nun auch ein Rückkehrer bin, weiß ich um die Wichtigkeit eines solchen Rückkehrer-Netzwerks. Und deshalb war mein Beitritt nahezu unausweichlich“, sagt Handrick und muss schmunzeln. Mit seinen 21 Jahren hat der gebürtige Spremberger bereits den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und nutzte die regelmäßigen Termine des Rückkehrer-Stammtisches zum Erfahrungsaustausch. Dort habe er auch erfahren, wo er etwa Fördergelder für seine junge Firma beantragen kann, ergänzt Handrick.

Spremberger Heimatfest lockt Tausende an FOTO: Arlt Martina

Doch weshalb zog es den 21-Jährigen wieder zurück in die alte Heimat? „Familie und Freunde, aber auch die kurzen Wege beziehungsweise dass man die Natur direkt vor der Nase hat“, erklärt Handrick ohne groß zu üerlegen. Genau deshalb habe er sich für die Rückkehrer-Crew entschieden, um möglichst viele Leute von der Attraktivität und Zukunftsfähigkeit der Region zu überzeugen, fügt er hinzu. „Und so ein Sommerfest ist die ideale Möglichkeit, mit den Leuten ungezwungen ins Gespräch zu kommen.“  Der Bürgergarten, als lauschige Location für diese Veranstaltung, tat indes sein Übriges. Die zehn Informationstische und -stände der Unternehmen und Institutionen verteilten sich locker auf dem Areal und luden zum ungezwungen Plausch ein.

Beispielsweise am Info-Tisch des Albert-Schweitzer-Familienwerkes (ASF) Brandenburg. Mit mehreren Einrichtungen in der Region vertreten, kennen Kerstin Nowka und Carolin Dostal die konkreten Bedürfnisse der Rückkehrer und Zuwanderer. „Bei potenziellen Interessenten sind besonders Kita-Plätze ein wichtiges Thema. Und mit unseren Einrichtungen haben wir dafür natürlich die idealen Grundlagen“, sagt Kerstin Nowka. Und selbst wenn man nicht direkt weiterhelfen könne, wüsste man durch das ASF-Netzwerk doch mindestens einen geeigneten Ansprechpartner. Das Engagement scheint sich bereits rumzusprechen, denn nach und nach gehen immer mehr Bewerbungen von außerhalb der Spree-Neiße-Region ein. „Für einen Bewerber konnten wir beispielsweise schon ein paar geeignete Sportvereine raussuchen“, erzählt Carolin Dostal.

Mit einem ganz anderen Ansatz, versucht Anja Beck die Leute in die Region zu locken. „Mit der Unternehmensnachfolge versuchen wir Interessenten davon zu überzeugen, ein bestehendes Unternehmen zu übernehmen und somit deren Expertise zu nutzen“, so die diplomierte Betriebswirtin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus. Gerade im Spremberger Raum stehen viele kleinere und etablierte Betriebe demnächst vor der Zukunftsfrage: Wie soll es weitergehen? Als positives Beispiel für  eine solche Nachfolge gilt die Technische Bürsten GmbH aus Spremberg. Anfang des Jahres wurde das Unternehmen von Firmeninhaber Eberhard Gleitsmann durch Mathias Bahl übernommen, der somit für den Fortbestand des Betriebes sorgt. So blieben die Arbeitsplätze erhalten und der neue Chef kann auf das bestehende Firmen-Netzwerk zurückgreifen.

Während die Gäste, bei Snacks und Getränken in ihre Gespräche vertieft sind, dreht auch Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) ihre Runde auf dem Sommerfest. Sie zeigt sich sichtlich erfreut über das rege Interesse an der Veranstaltung. Schließlich ist das Ansiedeln von Unternehmen und das Anwachsen der Einwohnerzahl ganz in ihrem Interesse. „Es ist doch schön, wenn diese Initiative und das Fest so gut angenommen werden, was im Umkehrschluss nur gut für die Stadt und unsere Region sein kann“, so das Stadtoberhaupt.

Doch nicht etwa die Stadt, obwohl sie unterstützend zur Seite stand, sorgte für das Planen und Organisieren des Sommerfests. „Sowohl der Verein Jugend und Soziales als auch der Wirtschaftsförderer ASG waren maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Veranstaltung in diesem Rahmen stattfinden konnte“, lobt Citymangerin Madlen Schwausch.

Positive Worte für das entspannte Sommerfest findet auch Katja Rennert, von der Präsenzstelle Spremberg der BTU Cottbus-Senftenberg. „ Der Bürgergarten ist der ideale Ort für solch ein Fest. Hier ist genug Platz, um mit Interessenten und Neugierigen locker ins Gespräch zu kommen und sie über unsere Angebotspalette zu beraten“, sagt sie. Schließlich sei eine gewisse Hemmschwelle oder Skepsis gegenüber Akademikern noch immer spürbar, so die diplomierte Sportwissenschaftlerin weiter. „Allerdings sind wir auf dem besten Weg, weil gerade solche Feste oder Initiativen dafür sorgen, Barrieren abzubauen und für die Region zu werben.“

Davon ist auch Jakob Handrick überzeugt, der fest mit einer Neuauflage des „Heeme Fehlste“-Sommerfestes im kommenden Jahr rechnet. „Und wer weiß, vielleicht können wir dann ein neues Gesicht in unser “Heeme Fehlste“-Crew begrüßen“, sagt der 21-Jährige.

 Insgesamt zehn Unternehmen und Institutionen präsentierten beim Sommerfest im Spremberger Bürgergarten. Im Laufe des Abends kamen dabei zahlreiche Gäste locker ins Rückkehrer-Gespräch.
Insgesamt zehn Unternehmen und Institutionen präsentierten beim Sommerfest im Spremberger Bürgergarten. Im Laufe des Abends kamen dabei zahlreiche Gäste locker ins Rückkehrer-Gespräch. FOTO: LR / Marcel Laggai