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| 01:06 Uhr

Das Ende nach fast 70 Jahren

Spremberg.. Im Auftrag des Bundesvermögensamt sollen im kommenden halben Jahr die Gebäude der Kaserne an der Forster Landstraße abgerissen werden (die RUNDSCHAU berichtete). Thoralf Schirmer

Fast 70 Jahre lang prägten sie das Bild an dieser Stelle des Georgenberges, und mancher Spremberger ist überzeugt davon, dass die eindrucksvollen Bauten ein besseres Nachnutzungsschicksal verdient hätten als den Abriss.
Gebaut worden war die militärische Anlage von 1936 bis 1938, nachdem die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland wieder eingeführt worden war. Die neue Paul-Klinke-Kaserne (benannt nach dem für die Erstürmung der Düppelner Schanzen berühmten Bohsdorfer Pionier) ersetzte die einstige Garnison im Spremberger Schloss und wurde Stützpunkt der Panzerabwehrabteilung 43 der Wehrmacht.
Nach dem zweiten Weltkrieg, zogen zunächst die Truppen der Sowjetarmee in die Kaserne auf dem Georgenberg. Ende April 1946 standen dann auch zwei Kasernengebäude vorübergehend dem Spremberger Krankenhaus zur Verfügung, das - gemessen am Bedarf - mit einem krassen Raummangel zu kämpfen hatte. In der Forster Landstraße wurden für einige Wochen die Abteilungen für Chirurgie (einschließlich Ambulanz), Geburtshilfe, HNO, Geschlechtskrankheiten und die Röntgendiagnostik untergebracht, bis das sowjetische Militär die Gebäude wieder für seine Soldaten beanspruchte.
Ab Herbst 1953 waren in der Forster Landstraße Einheiten der Kasernierten Volkspolizei (KVP) stationiert - eine direkte Folge der Ereignisse vom 17. Juni des gleichen Jahres. Ab 1956 war die Kaserne dann Standort für Panzereinheiten der neu gebildeten Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR. Die Gründung des Spremberger Regimentes erfolgte am 20. August.
Nach der Wende 1998 waren die Tage der Garnison als Militärstützpunkt gezählt. Das Panzerregiment 14 der 7. Panzerdivision wurde aufgelöst. Der letzte Appell fand am 18. Juni 1992 statt.
Spätere Hoffnungen der Spremberger auf eine sinnvolle Nachnutzung des Komplexes (etwa als Verwaltungststandort des neuen Spree-Neiße-Kreises) gingen nicht in Erfüllung.