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| 15:41 Uhr

Nach Angriff im Spremberger Krankenhaus
Opfer sagt in Prozess um psychisch kranken Täter aus

Spremberg/Cottbus. Cottbuser Landgericht setzt Verhandlung fort.

Im Prozess um den Angriff eines psychisch kranken Mannes auf einen anderen Patienten der Spremberger Psychiatrie hat am Donnerstag das Opfer ausgesagt. Der 34-Jährige aus Cottbus berichtete als Zeuge am Landgericht, wie er die Attacke am 1. Januar 2017 im Krankenhaus erlebt hatte.

Demnach betrat er zum Frühstück den Gemeinschaftsraum, wo er sah, wie der Angeklagte „eine Tasse Kaffee nach der anderen trank“. Deshalb habe der Zeuge darauf hingewiesen, dass auch die anderen Patienten noch Kaffee trinken wollen. „Dann kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung, und mir wurde alles zu viel“, erinnerte sich der Zeuge. „Ich wollte nur noch mein Tablett wegbringen, wandte ihm den Rücken zu, und das war mein Verhängnis.“ Denn plötzlich habe ihn der Angeklagte von hinten gepackt und „mit aller Gewalt“ gewürgt. „Als er von mir abließ, lag ich benommen auf dem Boden“, berichtete der Zeuge weiter. „Mir tat der Kiefer weh, der Hals, alles, das war nicht ohne.“ Zum Glück seien eine weitere Patientin und Schwestern der Station dazwischen gegangen. Er habe noch „eine ganze Weile“ unter Schlafstörungen gelitten.

Das Landgericht in Cottbus befindet derzeit über die mögliche Gefahr, die vom Angeklagten Markus S. ausgeht, der nach Angaben des Sachverständigen Dr. Jürgen Rimpel unter paranoider Schizophrenie leidet. Der Mediziner stellte am Donnerstag sein Gutachten vor. Er bescheinigte dem Mann „große soziale Kompetenzdefizite“ und „langfristig keine günstige Prognose“. Allerdings hätten die betreuenden Institutionen es „leider Gottes“ auch versäumt, ihn auf eine mögliches Leben nach dem Maßregelvollzug vorzubereiten, in dem er sich derzeit befindet. „Wenn man ihn jetzt einfach entlassen würde, wäre er praktisch obdachlos“, erklärte der Sachverständige.

Der Prozess am Cottbuser Landgericht wird in der nächsten Woche fortgesetzt.