Es soll mehrere Corona-Fälle in der Großgemeinde Neuhausen/Spree geben. Darüber ist Bürgermeister Dieter Perko informiert. Aber genaue Zahlen, so erklärt, er kenne auch er nicht. Die Gemeindeverwaltung läuft seit Mittwoch, 18. März, im Notbetrieb. „Alle Fachämter“, so Pressesprecherin Bettina Schoradt, „sind besetzt, jedoch wurde die Anzahl der präsenten Mitarbeiter auf ein Drittel gesenkt.“ Bei der Auswahl wurde auf das Alter der Mitarbeiter geschaut, auf den gesundheitlichen Allgemeinzustand und auch darauf, wer in der Situation im Verwaltungssitz entbehrlich ist und mehr zu Hause gebraucht wird. Wie Bürgermeister Dieter Perko erklärt, seien ein A- und ein B-Team gebildet worden. „Fällt das A-Team komplett aus, weil es innerhalb dieser Gruppe einen Fall gibt, dann kann das B-Team komplett aufrücken.“ Ansonsten sei geregelt, dass die Teams sich nach 14 Tagen abwechseln.

Dieter Perko ist froh, dass das die Verwaltungsmitarbeiter in der Personalversammlung sehr besonnen aufgenommen haben. Überstunden werden abgebaut, und was geht oder nicht geht, wird mit dem Personalrat besprochen. „Die Stimmung ist trotz der schwierigen Lage gut, es wird verständnisvoll und solidarisch miteinander umgegangen“, sagt der Bürgermeister.

Osterfeuer sind abgesagt

Zudem werde im Home-Office von zu Hause abgearbeitet, was dort abzuarbeiten geht. Das Verwaltungsgebäude ist geschlossen. Bürgerinnen und Bürger mit einem dringenden Anliegen werden gebeten, dies zunächst telefonisch vorzutragen. „Beerdigungen zum Beispiel finden weiter statt und werden entsprechend vorbereitet. Auch wer dringend eine Urkunde braucht, kann vorsprechen“, nennt Perko einige Beispiele. Die Mitarbeiter bemühen sich nach ihren Möglichkeiten um eine Problemlösung. Aber sämtliche Osterfeuer sind abgesagt, die Arbeitseinsätze, die viele der 15 Ortsteile jetzt im Frühjahr geplant hatten, werden verschoben. Auch die Vereine treffen sich derzeit nicht zum Üben und Trainieren, Sportveranstaltungen fallen aus.

Im Hort der Grundschule Laubsdorf und auch in den Kindertagesstätten in Kahsel, Komptendorf und Klein Döbbern gibt es seit den brandenburgweiten Schul- und Kitaschließungen Notbetreuungsgruppen. Als Perko am Mittwochmorgen in Kahsel vorbeischaute, waren dort fünf Kinder. Im Hort startete die Notbetreuung mit sechs Mädchen und Jungen. „Aber die Zahl der Notbetreuungen“, so schätzt Perko die Lage ein, „wird steigen.“ Auch die öffentlichen Bereiche des Spree-Camps wurden in dieser Woche geschlossen. Gruppen von Menschen hatten versucht, sich dort niederzulassen.