Laut des verabschiedeten Gesetzestextes können von der Pandemie betroffene Mieter ihre monatliche Zahlung an den Vermieter vorerst aussetzen oder verringern. Dies gilt aktuell für den Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni. Bereits unmittelbar nach Inkrafttreten gingen auch bei der Spremberger Wohnungsbaugenossenschaft (SWG) die ersten informativen Anfragen zu diesem Punkt ein, wie der geschäftsführende Vorstand André Zink berichtet.

„Tatsächlich gestundet oder minimierte wurde bislang aber noch keine Miete.“ Gleichwohl zeigt sich die Genossenschaft jedoch offen, Betroffenen auch auf diesem Wege entgegenzukommen. Zink rät allerdings dringend davor ab, die Miete eigenständig vorzuenthalten oder zu kürzen. So sollten Mieter die SWG auf jeden Fall über ihr Vorhaben informieren. In Betracht kommen dafür allerdings nur jene Mieter, deren Einkommensverlust auf die Pandemie zurückzuführen ist.

Nachweise werden von allen Vermietern verlangt

Eine reine Erklärung reicht dafür aber nicht aus. Vielmehr verlangt nicht nur die Genossenschaft, sondern sämtliche Vermieter, entsprechende Nachweise – schwarz auf weiß. „Dazu zählen beispielsweise Nachweise über staatliche Leistungen oder eine Bescheinigung des Arbeitgebers“, so Zink. Besser sei ein Netto-Beleg des Lohns vor der Pandemie und aktuell, heißt es weiter. Weiterhin wird darauf hingewiesen, dass für die Mietzahlung auch Ersparnisse hinzugezogen werden können.

André Zink versichert indes, dass seine Mitarbeiter jeden Einzelfall prüfen werden. „Immerhin ist es im Sinne beider Parteien, sich auf einen einvernehmlichen Konsens zu einigen.“ Dafür müssten die Mieter jedoch auf die SWG zugehen und die Sache nicht auf die lange Bank schieben, heißt es weiter. Ohnehin muss die Miete über kurz oder lang gezahlt werden. Laut bestehenden Rahmen, maximal bis zum 30. Juni 2022.