Der Coranvirus hat nun auch in Italien mehrere Todesopfer gefordert. Obwohl die Bundesregierung eine Panikmache verhindern möchte, sind erste kleinere Auswirkungen der Epidemie ebenfalls in der Region spürbar. So sind beispielsweise Atemschutzmasken bereits seit mehreren Wochen restlos ausverkauft und nicht mehr lieferbar, wie eine RUNDSCHAU-Nachfrage ergibt.

Der Inhaber der Spremberger Stadtapotheke, Christoph Lohmeier, berichtet, dass besagte Atemschutzmasken schon seit mehr als vier Wochen ausverkauft seien. Gleichwohl warnt der Apotheker davor, die Angst vor dem Virus unnötig zu schüren und beruhigt stattdessen. „Bislang gibt es in Deutschland ja noch keine nachgewiesenen Todesfälle im Zusammenhang mit diesem Virus und unabhängig davon, ist die Regierung, nach eigenem Bekunden, gut vorbereitet.“ Trotzdem hat der Fachmann einen einfachen Rat parat, den jedermann besonders in der Grippezeit beherzigen sollte. „Regelmäßige Hygiene, also das Waschen und gegebenenfalls auch Desinfizieren der Hände, sollte das A und O sein, um eine Ansteckung zu erschweren“, so Lohmeier.

Atemmaske schwächt auf Dauer die Lunge

Wer sich trotzdem bereits mit einer Atemschutzmaske eingedeckt hat, sollte diese allerdings nicht übermäßig tragen, wie der Apotheker hervorhebt. „Da durch diese Maske ein gewisser Widerstand beim Atmen entsteht, sollte sie nicht länger als eine Dreivielstunde am Stück getragen werden, weil dies die Lunge übermäßig beansprucht und auf Dauer schwächt.“ Besagte Schutzmasken sind mit einem auswechselbaren Filter versehen und kommen in der Regel beim Bau zum Einsatz, wo sie primär vor Staub und Schmutz schützen. Jedoch würden sie auch beim Anrühren von pulverförmigen Arzneimitteln genutzt, heißt es von Lohmeier weiter.

Cottbus

In der Turm-Apotheke findet man die Atemschutzmasken ebenfalls seit Wochen nicht mehr im Sortiment, was die Kundschaft allerdings nicht sonderlich zu beunruhigen scheint. „Zwar werden wir seit gut vier Wochen immer wieder danach gefragt, aber offensichtlich eher aus Interesse, als vor akuter Sorge“, erklärt die stellvertretende Filialleiterin Kathrin Dutschke. Bislang sei man mit allgemeinen, hygienischen Vorsorgemaßnahmen sowieso besser bedient, heißt es weiter. „Wer tatsächlich noch so eine Atemschutzmaske braucht, kann sein Glück ja noch in einem Baumarkt versuchen.“

Mundschutz hilft nur gegen Tröpfcheninfektion

Anders sieht es jedoch bei einem simplen Mundschutz aus, der aus einem Vliesstoff-Gewebe besteht. „Dieser Schutz ist zwar noch vorrätig, allerdings hilft er in erster Linie dabei, dass winzige Speichel-Tröpfchen, mittels Tröpfcheninfektion, nicht ‚weitergegeben’ werden“, sagt der Inhaber der Stadtapotheke. Sicherheit vor Viren würde dieser Mundschutz eher weniger bieten, aber die Umgebung sicherlich verunsichern, so Lohmeier.