In Spremberg ist die Schülergruppe, die am Montag mit Abiturienten aus ganz Brandenburg in die schriftlichen Prüfungen gestartet ist, überschaubar. 19 Schülerinnen und Schüler haben sich im Erwin-Strittmatter-Gymnasium den schriftlichen Prüfungen in Geschichte und Geografie gestellt, sagt Odette Urban, die Schulleiterin. 63 Schüler hat der Abiturjahrgang diesmal. In den Naturwissenschaften am Mittwoch und am Freitag in Englisch werden es einige Prüflinge mehr sein. Aber für den Start am Montag habe sie gefreut, dass die Jugendlichen zu ihren unterschiedlichen Ankunftszeiten alle pünktlich waren. „Diese Ankunftszeiten haben wir gestaffelt, damit die Gruppe, die vorm Schuleingang wartet, klein bleibt“, sagt die Schulleiterin.

Aufgeteilt wurden die Prüflinge auf fünf Schulräume. Mit Handschuhen bekamen sie ihre Prüfungsunterlagen überreicht. Nur Mund- und Nasen-Masken konnten nicht angeboten werden. „Weil sie usn nicht zur Verfügung gestellt werden konnten. Aber wir haben die Schüler auf die Hygieneregeln und den Abstand hingewiesen“, erklärt die Schulleiterin. 13 Lehrer haben sich um die 19 Schüler gekümmert. Am Eingang, in den Prüfungsräumen, in den Fluren, vor den Toiletten.

Alle Klassenfahrten abgesagt

Doch die Ausnahmesituation beschäftige am Spremberger Gymnasium alle Jahrgänge, sagt Odette Urban. Klassenfahrten für das gesamte Kalenderjahr sind abgesagt – nach Tschechien und Österreich sollte es zum Beispiel im August gehen. Auch das Schulfest kann nicht stattfinden. Wann und ob überhaupt der prognostische Test für die Aufnahme der neuen Leistungs- und Begabungsklasse stattfindet, diese Entscheidung stehe aktuell an. Geplant war sie am Samstag in dieser Woche.

„Eine Abiturzeugnisübergabe im Bergschlösschen, wie wir sie in den vergangenen Jahren hatten – mit Schülern, Lehrern und Eltern – kann es diesmal nicht sein. Diesen Jahrgang ganz ohne Würdigung gehen zu lassen, würde mir wirklich leid tun“, gesteht Odette Urban. Die große Vernissage der Zwölftklässler war nicht mehr öffentlich, die Frühlingsserenade fiel aus, auch durch die Stadt tanzen und klingeln durfte dieser Abi-Jahrgang nicht, die Prüfungsvorbereitung verläuft einsam.

Odette Urban hofft, dass die Neunt- und Elfklässler bald regulär unterrichtet werden können. „Das sind die nächsten Schüler, die Prüfungen vor sich haben.“ Eine erste Umfrage unter Eltern und Schülern zeige, dass bisher alle relativ gut mit der Lern-Situation in der Coronakrise zurechtkommen. „Für einige waren es etwas zu viele Aufgaben, andere haben die Kontrolle vermisst“, sagt Odette Urban. Auch die Lehrer bleiben gespannt. „Eignen sich Schüler“, so Odette Urban, „neuen Stoff nur über Arbeitsblätter und Buchseiten an, wissen wir Lehrer jetzt noch nicht, was sich da wie verfestigt hat.“

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