„Auch in schwierigen Zeiten nicht die Zuversicht zu verlieren“, lautet das Credo von Gregor Wippich. Als Familienberater sollte sein Angebot eigentlich in diesem Frühjahr so richtig durchstarten. Stattdessen macht die aktuelle Coronakrise seinem Service einen spürbaren Strich durch die Rechnung. Sollten seine Sprechzeiten gegenwärtig eigentlich einmal wöchentlich im Spremberger Bergschlösschen laufen, bietet der 41-Jährige seine Unterstützung nun von Montag bis Freitag an – zumindest telefonisch.

Hilfsbereitschaft ist für den Spremberger Familienberater kein Fremdwort

„Besonders jetzt, in Zeiten vermehrter Kurzarbeit, entstehen bei vielen Familien unvorhergesehene Einkommenseinbußen“, weiß Wippich, der bereits im Elternhaus ein humanistisches Menschenbild vermittelt bekommen hat. Hilfsbereitschaft ist für den Spremberger kein Fremdwort, weiß er doch selber wie es ist, auf Hilfe angewiesen zu sein.

Ein Badeunfall brachte Wippich nämlich vor gut 19 Jahren in den Rollstuhl. Fortan war nichts mehr, wie es war und ohne Unterstützung ging ebenfalls nichts mehr. Ein schwerer Schicksalsschlag, aber keineswegs das Ende, so Wippich. „Mein Körper lässt mich zwar seitdem ein bisschen im Stich, dafür mein Geist aber noch nicht.“

Ging Wippich zuvor dem Studium der Medientechnik nach, widmete er aufgrund der Lähmung allen Elan seinem neuen Arbeitsgerät: dem Laptop. „In dieser Situation habe ich mich für die Beratertätigkeit entschieden und der Laptop war sozusagen meine Wissensquelle.“ Eingeschränkt in seiner Mobilität nutzte der Spremberger das Internet für sein Selbststudium.

Autodidaktisch habe er beispielsweise unterschiedliche Vertragstypen, aber auch Gesetzestexte gepaukt. „Ob teure Mobilfunk- und Stromverträge oder staatliche finanzielle Hilfen, ich wollte einfach helfen.“ Über die Jahre hinweg verinnerlichte er so den Umgang mit der hilfreichen Technik.

Spemberger Familienberater bot Technik-Kurse für Senioren an

Im Zuge der Zeit machten seine Kenntnisse über den Freundes- und Bekanntenkreis hinaus die Runde, sodass er 2016 erstmals direkt mit der Stiftung SPI und somit dem Mehrgenerationszentrum (MGZ) „Bergschlösschen“ in Kontakt kam. Was folgte, war ein Angebot, welches der Spremberger dankend annahm. „Als Leiter habe ich dort nämlich PC- und Smartphonekurse für die Generation Ü 50 angeboten, die offensichtlich recht gut ankamen“, so Wippich, der die Teilnehmer darüber hinaus auch mit dem Internet vertraut machte.

Durch den Rollstuhl sei er selbst auf das Internet angewiesen, da er sich damit stets weiterbilde, heißt es weiter. Nebenbei kamen immer wieder auch Leute auf den heute 41-Jährigen zu und benötigten Hilfe etwa beim Finden beziehungsweise Ausfüllen unterschiedlicher Online-Formulare.

Spremberger Familienberater baute Familienzentrum mit auf

Durch sein Engagement wurde Wippich auch zum ersten Ansprechpartner, als es um die Neugründung eines Familienzentrums ging, welches an das MGZ angekoppelt werden sollte. Dafür gab es sogar Hilfe von Außen, wie der Berater weiß: „Dieses Projekt wird durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg gefördert.“

Sein erklärtes Ziel als Familienberater, speziell die einkommensschwachen Familien über die Bandbreite an unterschiedlichen Sozialleistungen aufzuklären. Oftmals wüssten die Bürger nur ansatzweise, welche Unterstützung es überhaupt gebe. Ob Zuschüsse für Klassenfahrten, Schulspeisung oder Vereinsbeiträge, die Angebote sind vielfältig und mit Schreibarbeit verbunden. Dabei ist Wippch ebenfalls behilflich. Auch wenn diese Hilfe derzeit nur über das Telefon stattfinden kann.

Spremberger Familienberater hält sich auf dem Laufenden

Da aufgrund der Corona-Lage derzeit stets neue Hilfen von unterschiedlichen Instanzen zugesichert werden, vergeht für den 41-Jährigen kaum ein Tag, ohne ausgiebige Internetrecherche. Schließlich hat er sich zur Aufgabe gesetzt, den Familien nach bestem Wissen und Gewissen zu helfen.

Dass die Hürden für Unterstützung derzeit relativ niedrig sind, verdeutlicht der Berater am Kinderzuschlag (Kiz). „Durch den Kiz können einkommensschwache Familien eine monatliche Förderung bis 185 Euro pro Kind erhalten, mussten dafür bislang aber drei Einkommensnachweise der Monate vor der Antragstellung einreichen.“ Durch den „Notfall Kiz“ habe die Bundesregierung den Zugang jedoch kurzfristig erleichtert, fügt Wippich hinzu. Nun genügt lediglich das Einkommen vom Vormonat.

Spremberger könnte noch viel mehr Familien beraten

Auch wenn die Projektfinanzierung vom Ministerium derzeit vorerst auf ein halbes Jahr reduziert wurde, bleibt Wippich optimistisch, dass es verlängert wird. „Sicherlich kann man nicht sagen, wie lange die jetzige Situation gehen wird, aber der Bedarf an fachkundiger Unterstützung wird sicherlich nicht sinken.“ Er ermutige daher die Familien, sich zu melden, da die zur Verfügung stehenden Fördermittel bislang nur zu 30 Prozent ausgeschöpft wurden.

Erreichbarkeit von Gregor Wippich


Aktuell ist der Familienberater von Montag bis Freitag, in der Zeit von 10 bis 12 Uhr, unter der Telefonnummer 0159 6418719 oder der Mail-Adresse familienzentrum-spremberg@stiftung-spi.de erreichbar. Gregor Wippich berät alleinerziehende oder einkommensschwache Eltern über unterschiedliche finanzielle Familienleistungen, aber auch bei Vertragsmodalitäten. Sollte sich die aktuelle Lage wieder normalisieren, ist Wippich immer dienstags von 10 bis 12 Uhr im Bergschlösschen (Bergstraße 11, 03031 Spremberg) persönlich vor Ort. Während der Beratung ist für Kinderbetreuung gesorgt.