Nachdem sich die Geschäfte ansatzweise wieder im Regelbetrieb befinden, beginnt am 27. April auch die schrittweise Öffnung der Schulen. Zeitgleich tritt eine landesweite Maskenpflicht – im Nahverkehr und Einzelhandel – in Kraft. Um Schülern den nötigen Schutz zu ermöglichen, hat der Landkreis nun kurzfristig seine Hilfe angeboten. „Wir bieten an, die Masken einzusammeln und den Schülern zukommen zu lassen“, so Michael Koch, Gesundheitsdezernent des Landkreises.

Freiwilligenagenturen des Landkreises Spree-Neiße nähen Alltagsmasken

Die Masken kommen von den Freiwilligenagenturen in Guben, Forst und Spremberg. Bereits seit Wochen werden in den Einrichtungen Alltagsmasken genäht und letztlich auch verteilt. Meist jedoch aber nur punktuell. Um die Verteilung nun großflächiger und schneller gewährleisten zu können, sind Koch und sein Team auf die Idee gekommen, das logistische Netzwerk des Landkreises zu nutzen. „Wir können glücklicherweise auf das Schulverwaltungsamt zurückgreifen, um alle Lehreinrichtungen mit den Nase-Mund-Masken zu versorgen“, sagt der Leiter des Dezernats.

Schulkinder im Landkreis Spree-Neiße sollen von den Eltern mit Masken versorgt werden

Diese Hilfeleistung ist allerdings kein Freibrief für die Eltern, wie Koch betont. „In erster Linie sollten sie nämlich dafür sorgen, die nötigen Schutzmaßnahmen für ihre Kinder bereitzustellen.“ Ferner sollen die Masken eher als Reserve gedacht sein. „Wenn ein Kind seine Maske vergisst oder eine Familie keine Maske organisieren kann, dann sollten sie weitergegeben werden“, so Koch. Alles unter der Prämisse, den Schüler einen zusätzlichen Schutz mit auf den Weg zu geben.

Der Kreativität sind dabei keinerlei Grenzen gesetzt, wie Sabine Rackel, Leiterin der Freiwilligenagentur Spremberg, weiß. „Von unseren Näherinnen und Nähern kommen die Masken in unterschiedlichen Formen und Farben.“ Ob Gummizug oder Schlaufe, gemustert oder einfarbig, die Palette sei kunterbunt, fügt sie hinzu.

Der Landkreis Spree-Neiße will keine Vorgaben zu Alltagsmasken machen

Die Leiterin stellt allerdings klar, dass die Agentur keine Konkurrenz zur Sammelstelle im Rathaus oder den Nähern im Stadtgebiet ist. Vielmehr verfolge schließlich jeder das gleiche Ziel: Alltagsmasken herzustellen, um die Sicherheit gegen das Coronavirus zu erhöhen.

Michael Koch hebt derweil nochmals die Motivation hervor, etwas für die Kinder im Landkreis zu tun und hofft auf rege Unterstützung. Eines möchte der Dezernent allerdings nicht: „Wir wollen keineswegs einen Wettkampf daraus machen oder Vorgaben machen, da die Prävention im Vordergrund steht.“ Wie oft die Masken in den Agenturen abgeholt werden, macht Koch von der Zuarbeit der freiwilligen Näher abhängig.