Seit Anfang Juli wird deutschlandweit für die gesenkte Mehrwertsteuer geworben. Mit diesem Schritt soll im Zuge der Coronakrise die gebeutelte Wirtschaft wieder angekurbelt werden. So der Tenor. Der Handel treibt diese Maßnahme mit „flächendeckenden“ Rabatt-Schildern geradezu auf die Spitze. Dabei gilt die Senkung der Umsatzsteuer doch auch für andere Gebiete: etwa Eintrittsgelder.
Warum der Eintritt für die Besucher der Spremberger Bäder nicht weitergegeben wird, dafür hat die Bürgermeisterin eine schlüssige Erklärung parat. Die Auswirkungen auf die ohnehin schon niedrigen Eintrittsgelder der Bäder seien schlichtweg marginal, wie sie am Beispiel des Freibades Kochsagrund erklärt. So mache die Umlegung der niedrigeren Steuer auf den Eintritt für Erwachse lediglich 8 Cent und für Kinder nur 5 Cent aus. Wohlgemerkt: Für einen ganztägigen Besuch des Freibades haben Erwachse derzeit 3,50 Euro zu zahlen.

Aufwand wäre für die Spremberger Bäder zu groß

Der Nutzen, die Mehrwertsteuer letztlich doch auf die Eintrittspreise umzulegen, stünde Aufwand in nicht gegenüber, so Stadtchefin Christine Herntier (parteilos). Gemeint ist damit etwa die Umpreisung der Übersicht für Eintrittsgelder. „Da der Eintrittspreis ohnehin nicht ansatzweise kostendeckend ist und seit jeher sehr moderat und nutzerfreundlich gestaltet ist.“

Spremberg

Der Zuschuss für die Besucher betrage im Durchschnitt 7,50 Euro, ergänzt sie. So bezuschusste die Stadt im Jahr 2018 den Standort Kochsagrund mit knapp 240 000 Euro. Während der Zuschuss für das Freibad Schwarze Pumpe „lediglich“ circa 65 000 Euro betrug, waren es für die Schwimmhalle ungefähr 400 000 Euro.
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