ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 22:26 Uhr

Interview mit Christine Herntier
Warum die Spremberger Bürgermeisterin den Kompromiss der Kohle-Kommission gutheißt

 Christine Herntier ist Bürgermeisterin von Spremberg und Sprecherin der Lausitzrunde. Sie hat in der Kohle-Kommission mitgearbeitet.
Christine Herntier ist Bürgermeisterin von Spremberg und Sprecherin der Lausitzrunde. Sie hat in der Kohle-Kommission mitgearbeitet. FOTO: Detlef Bogott
Spremberg. Die Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier hat den Abschlussbericht der Kohle-Kommission mit ausgearbeitet und trägt den Kompromiss mit. Im Interview mit der Lausitzer Rundschau erklärt Herntier, warum.

Frau Herntier, verstehen Sie, dass Hannelore Wodtke aus Welzow den Abschlussbericht der Kohle-Kommission ablehnt?

Herntier Sie hat meinen Respekt dafür. Frau Wodtke war und ist dafür aktiv, dass der Ortsteil Proschim der Stadt Welzow wegen der Braunkohle nicht mehr abgebaggert wird. Das steht so konkret nicht im Bericht.

Wie sehen Sie den Bericht, dem Sie ja zugestimmt haben?

Herntier Das ist ein Kompromiss derjenigen, die Sitz und Stimme in der Kommission hatten.

Also Vertreter der Wirtschaft, der Wissenschaft, von Umweltverbänden, Gewerkschaften und aus den betroffenen Kohle-Regionen.

Herntier Ja, ich kann von daher verstehen, dass andere das jetzt ablehnen. Wenn der Lausitzer Energiekonzern Leag sagt, unser Revierkonzept reicht weiter als bis 2038, dem abgestimmten Datum für den Kohleausstieg. Aber der Strukturwandel wird ja viermal überprüft, auch 2032 unter Beteiligung der Bergbau-Unternehmen.

Was passiert mit den Arbeitsplätzen in den Kohle-Regionen?

Herntier Ich denke, in dem Bericht der Kommission sind schon gute Maßnahmen dabei. Außerdem ist im Gespräch, dass das Leag-Kraftwerk Jänschwalde eine längere Perspektive bekommt, indem es mit neuester Technik nachgerüstet wird. Das wäre ein positives Beispiel für den Strukturwandel.

Was können Sie am Ende vorweisen?

Herntier Die regionalen Aspekte im Bericht sind ein sehr großer Erfolg für alle Beteiligten. Das ist nicht mein persönliches Verdienst. Aber letztlich sind alle Punkte, die wir als Lausitzrunde schon 2016 in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgeführt haben, in die Empfehlung an den Bund eingeflossen.

Was zum Beispiel?

Herntier Dass die Lausitz eine Modellregion wird, dass der Wandel in regionaler Verantwortung verwaltet wird, dass die Infrastruktur verbessert wird und dass wirtschaftliche Bereiche, wie für Energie und Mobilität, weiterentwickelt werden.

Lesen Sie auch zum Abschlussbericht der Kohle-Kommission auf LR Online:

Interview mit Hannelore Wodtke: Warum die Welzowerin Nein zum Abschlussbericht der Kohle-Kommmission sagt

Nach dem Abschlussbericht der Kohle-Kommission: So wird der Kohleausstieg in Deutschland zum Gesetz

Nach der Empfehlung der Kohle-Kommission: Wie die Politik um die Zukunft der Kohle streitet

Kommentar zum empfohlenen Kohleausstieg: Dieser Kohle-Kompromiss tut den Lausitzern weh

Von „Sternstunde“ bis „Verwüstung der Lausitz“: So reagieren Lausitzer auf den Bericht der Kohlekommission

Abschlussbericht der Kohle-Kommission: Was bringt der Kohle-Beschluss der Lausitz?