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| 02:36 Uhr

Chef von Kreistagsgremium äußert sich zur Debatte um die Bibliothek

Spremberg. Der Eindruck, dass die Mitglieder des Kreistages den Spremberger Bürgern die Bibliothek wegnehmen wollen, führt in die Irre: Dies erklärt der Vorsitzende des Spree-Neiße-Rechnungsprüfungsausschusses, Heinz-Peter Bischoff. "In Wirklichkeit geht es schon seit Jahren um zwei Relikte aus der Gründungsphase des Landkreises", erläutert er. René Wappler

Bereits in der letzten Wahlperiode sei bei vielen Kreistagsabgeordneten die Frage aufgekommen, worin der Unterschied zwischen einem Kreismuseum und einer Kreisbibliothek zu einem normalen Museum und einer herkömmlichen Bibliothek bestehe.

"Trotz intensiver Bemühungen konnte damals als einziger Unterschied das Finanzierungsmodell ermittelt werden", berichtet der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses. "Deshalb beschloss der Kreistag eine kreisliche Förderung für drei weitere Museen als Ausgleich für den finanziellen Vorteil, der nach Spremberg ins Museum floss." Leider habe diese Art der Museumsförderung Begehrlichkeiten geweckt: Inzwischen sei daraus eine "Gießkannenförderung" erwachsen, die den ursprünglichen Zweck nicht mehr erfülle, kritisiert Heinz-Peter Bischoff. So habe die gleiche Frage vor zwei Jahren mit Blick auf die Kreisbibliothek im Raum gestanden. Eine erneute Debatte sei schließlich entstanden, als die Abgeordneten eine Informationsvorlage der Verwaltung erhielten, mit dem Inhalt einer geplanten Vertragsverlängerung zwischen dem Landkreis und der Stadt Spremberg um fünf Jahre. In Folge dessen kam es nach den Worten des Ausschussvorsitzenden zur aktuellen "Übergangslösung" in Form eines Zwei-Jahres-Vertrages. "Damit wurde leider das Problem nicht gelöst, sondern zeitlich verschoben", merkt er an. "Eine finanzielle Gleichbehandlung der Museen und Bibliotheken aus Sicht des Landkreises ist nach wie vor nicht gegeben, aber genau darum geht es."

Der Bildungsausschuss des Spree-Neiße-Kreises wird am Donnerstag, 26. Januar, in der Spremberger Bibliothek tagen - und dort auch über die Perspektiven des Hauses beraten.